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Ein Plädoyer für eine natürliche Ernährungsweise
Jeder empfiehlt etwas anderes. Meist sind eigene Erfahrungen für die Empfehlungen ausschlaggebend, doch was einen Menschen gesund macht oder erhält, gilt nicht automatisch für alle Menschen.
Wissenschaftlich ist genau bekannt, was wir an Nährstoffen brauchen. Unsere heutigen Empfehlungen zu Nährstoffen und Kalorien beziehen sich jedoch nur auf die „stoffliche“ Verpackung der Nahrung. Wir erfassen aber nur die halbe Wahrheit, wenn wir Lebensmittel ausschließlich materialistisch betrachten. Was uns in unserer Nahrung Leben schenkt, sind nicht die Substanzen, sondern die Kraft des Lebens, die sich zeitweise an die Materie bindet. Doch woher kommt eigentlich diese Kraft, das Lebendige?
Nur Pflanzen können wirklich neues Leben schaffen: In der Photosynthese nutzt die Pflanze die Sonnenenergie, um organisches Material aufzubauen. Pflanzen erhalten das Leben durch das Sonnenlicht. So wird Lichtenergie in Materie gespeichert und Leben geschaffen. Was wir also mit unserer Nahrung zu uns nehmen und für das Leben brauchen, ist umgewandeltes Licht – die Vitalität der Pflanze.1
Die Vitalität der Pflanze ist zerbrechlich. Bei der Verarbeitung von Lebensmitteln kann auch ihre Vitalität zerstört werden. Wenn Milch wie bei der Produktion von H-Milch auf 143°C erhitzt wird, wächst darin für mehrere Monate kein Keim. Dadurch wird sie monatelang haltbar. Glauben Sie, dass diese Milch noch in gleichem Maß Leben vermitteln kann? Wohl kaum.
Die Biografie eines Lebensmittels beginnt beim Anbau oder der Aufzucht und geht über die Verarbeitung bis in den Handel. Alle dabei beteiligten Impulse sind im Lebensmittel enthalten. Indem wir essen und verdauen, wirken diese in der Nahrung gespeicherten Stoffe und Kräfte auf uns.
Sinn der Ernährung ist, dass der Mensch seine Lebenskräfte erhält. Deshalb ist es nicht egal, was wir essen. Denn wir benötigen die Vitalität aus der Nahrung ebenso wie ihre Bausteine. Daher schmeckt und nährt ein liebevoll zubereitetes Gericht aus frisch geernteten Zutaten in den meisten Fällen besser als ein Fertiggericht, bei dem die Zutaten einen langen Verarbeitungsprozess hinter sich haben.
Natürlich ist es für unsere Ernährung wichtig, die Natur durch geeignete Verfahren weiterzuführen, wie zum Beispiel bei der Sauerteigführung. Doch nur wenn wir die Lebensmittel so natürlich wie möglich belassen, bleibt ihre Vitalität weitestgehend erhalten und kann von uns als Lebenskraft genutzt werden.
Humanbiologin und Heilpraktikerin, Dipperz.
1Otto Wolff: Was essen wir eigentlich? Verlag Freies Geistleben
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