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Bernadette Holler-Glissner
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Ein Großteil der Bevölkerung glaubt, dass Lebensmittel bei ihnen allergische Beschwerden auslösen. Nachweislich betroffen sind jedoch höchstens 3-4% der Deutschen. Diese unterschiedliche Einschätzung ist häufig darauf zurückzuführen, dass Unverträglichkeitsreaktionen auf Lebensmittel und ungeklärte Symptome oft fälschlicherweise als Allergie bezeichnet werden, ohne dass eine ärztliche und ernährungstherapeutische Allergiediagnostik durchgeführt wurde.
Mit Beteiligung des Immunsystems
Bevor Symptome auftreten, findet Phase der Sensibilisierung statt
Dosisunabhängig
Ohne Beteiligung des Immunsystems – man spricht von Pseudoallergien, z. B. Unverträglichkeit auf Lebensmittelzusatzstoffe oder Aromastoffe
Symptome treten beim ersten Kontakt auf
Dosisabhängig
Eine Nahrungsmittelallergie ist eine krankmachende Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers. Dabei reagiert das Immunsystem des Körpers auf körperfremdes Eiweiß und bildet Antikörper, die auch im Blut nachweisbar sind. Hier liegt ein wesentlicher Unterschied zu anderen Unverträglichkeitsreaktionen.
Beim ersten Kontakt mit einem Allergen (z. B. Nüsse) bildet der Körper zunächst nur diese Eiweißverbindungen (Sensibilisierung), es treten aber noch keine Symptome auf.
Erst bei einem erneuten Kontakt mit dem körperfremden Eiweiß werden Abwehrstoffe (z.B. Histamin) freigesetzt, die unterschiedlichste Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, geschwollene Lippen, Juckreiz, Verschlimmerung von Asthma bis hin zu lebensbedrohlichen Schockreaktionen hervorrufen können. Dabei genügen schon kleinste Mengen, um eine allergische Reaktion auszulösen (dosisunabhängig). Die Symptome können unmittelbar nach dem Verzehr eines Lebensmittels auftreten, aber auch erst 2 bis 48 Stunden danach.
Kinder sind meist gegen tierische, Jugendliche und Erwachsene eher gegen pflanzliche Lebensmittel allergisch:
Im Säuglings- und frühen Kindesalter erworbene Nahrungsmittelallergien haben eine gute Prognose. Sie verschwinden häufig nach ein paar Jahren wieder, während sie im Erwachsenenalter in der Regel bestehen bleiben.
Der Begriff Pseudoallergie beschreibt eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, bei der allergieähnliche Symptome und Beschwerden auftreten. Allerdings bildet der Körper dabei keine Antikörper, da das Immunsystem an der Reaktion nicht beteiligt ist. Auftretende Symptome verschwinden in der Regel nach kurzer Zeit wieder. Anders als bei einer Lebensmittelallergie können die Symptome bereits beim ersten Kontakt mit dem Auslöser auftreten.
Während bei einer Lebensmittelallergie bereits geringste Mengen des Auslösers zu Symptomen führen können, kommt es bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit meistens erst beim Verzehr größerer Mengen zu einer Reaktion. Man spricht daher auch von einem dosisabhängigen Mechanismus.
Bernadette Holler-Glissner
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