Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“

Das Logo „Ohne Gentechnik“ steht für eine besondere Leistung des Landwirts

Seit 2009 gibt es das bundeseinheitliche Siegel für gentechnikfrei produzierte Lebensmittel.  „Damit ist für die Kunden noch leichter erkennbar, welche besondere Leistung des Landwirts hinter dem Produkt steht“, sagt Andreas Swoboda, tegut… Geschäftsleitung Qualität und Umwelt. Diese Leistung beziehe sich auf den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt, der auch nachfolgende Generationen im Blick habe.

Herr Swoboda, warum spricht sich tegut… derart entschlossen gegen die sogenannte „grüne Gentechnik“ aus?

Andreas Swoboda: Wenn es um Gentechnik geht, muss man die Frage nach ihrem sinnvollen Einsatz stellen. Die medizinische Forschung in einem geschlossenen Labor ist ein anderer Sachverhalt als die Gentechnik auf dem freien Feld, die nicht zurückgeholt werden kann. Wer derart in die Entstehung von Leben eingreift, muss die Konsequenzen sehr gut kennen. Genau das ist bei der grünen Gentechnik nicht der Fall, weil es keine Langzeitstudien gibt. Für uns als Lebensmittelhändler geht es also auch um den Respekt vor der Natur und um den Aspekt der Nachhaltigkeit, also welche Auswirkungen hat unser Handeln für zukünftige Generationen.

Welche Strukturen wollen Sie fördern, wenn Sie Nein zur Gentechnik sagen?

Die Landwirtschaft muss in ihrer Selbstbestimmung verbleiben. Sie darf nicht von Konzernen abhängig werden, wie es bei der grünen Gentechnik der Fall ist. Wir setzen auf kleine und mittelständische Strukturen, die vor allem im ökologischen Landbau zu finden sind, und auf die traditionelle Landwirtschaft, die mit Fruchtfolgen und verschiedenem Saatgut den Schädlings- und Krankheitsdruck minimiert und damit zur Bodenerholung beiträgt. tegut… unterstützt seit Jahren Projekte, die einen biologisch-dynamischen Anbau fördern. Da beginnt der Vorteil bereits beim Saatgut, das in der Lage ist, sich aus eigener Kraft heraus zu vermehren. So etwas ist bei der grünen Gentechnik per Konzept nicht erwünscht. Hier ist das Ziel, dass der Landwirt stets neues Saatgut teuer einkaufen muss.

Was kann der Kunde selbst tun, um eine Landwirtschaft „Ohne Gentechnik“ zu fördern?

Der Kunde muss die Nachfrage dafür schaffen, denn dann wird es verstärkt zum Anbau gentechnikfreier Pflanzen kommen. Wenn diese Bewegung eine gewisse Größe erreicht, werden auch die eben erwähnten Kosten für die Kontrolle gering bleiben. Wer Produkte mit dem Logo „Ohne Gentechnik“ kauft, bezieht Position – für eine traditionelle oder ökologische Landwirtschaft und für den praktischen Umweltschutz. Insofern kommt das Logo allen Beteiligten zugute – dem Kunden, der auf eine besondere Qualität seiner Lebensmittel vertrauen kann, und der klein strukturierten Landwirtschaft, die auch in Zukunft noch eine Chance hat.

alle Artikel

close

Diese Seite teilen