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Wolfgang Gutberlet tegut..., Gerloser Weg 72, 36039 Fulda oder per E-Mail unter: guteLebensmittel@tegut.com
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ÜBER UNS
Geben wir das Geld für die richtigen Dinge aus?
Was würden Sie erwarten: Geben wir in Deutschland mehr Geld für Ernährung oder gegen Krankheiten aus? Die Mahnung von Hippokrates: „Lasst Eure Nahrungsmittel Eure Heilmittel sein!“, haben wir scheinbar nicht, zumindest nicht richtig verstanden. Obgleich wir immer genussvoller und steigend zu viel essen, sind die Ausgaben für Lebensmittel in Prozent vom Einkommen von rund 24 % (1970) auf heute rund 13 % gesunken; das sind pro Person und Jahr im Durchschnitt 2.069 Euro. Dagegen sind die Krankheitskosten pro Person und Jahr im Durchschnitt auf 3.070 Euro gestiegen und liegen damit heute knapp 1 1/2-mal höher als die Ernährungskosten.
Die Fehlentwicklung wird noch deutlicher, wenn man berücksichtigt, dass 1970 die Krankheitskosten nur 1/4 der Ernährungskosten betrugen. So kann man sich über die relativ niedrigen Ausgaben für Lebensmittel im Verhältnis zum Einkommen nur freuen, wenn man nicht auch einen Zusammenhang mit den Krankheitskosten annehmen muss. Sicher werden wir heute älter als früher – das wird oft als Begründung angegeben – aber offensichtlich werden wir nicht gesünder älter. Und das wäre doch notwendig, wenn es für uns und unsere Kinder erträglicher sein soll.
Jetzt macht uns die Erde eine zweite Rechnung auf, unter dem Titel Klimakatastrophe: Wenn wir heute in Europa von unserem Einkommen so wenig wie noch nie für Lebensmittel ausgeben, könnte das auch dadurch möglich werden, dass wir unsere Erde mehr ausbeutend nutzen und weniger in ihre Fruchtbarkeit, in ihre liebevolle Pflege investieren. Vielleicht, weil wir sie mit ihren Lebewesen zu wenig wesenhaft, sondern vor allem materialistisch als Ding betrachten, fällt es uns schwer, unsere Verantwortung für ihre wesensgemäße Pflege richtig zu erfassen.
Das aber gerade war auch ein Ziel von tegut…, als wir in den 1980er Jahren unsere Initiative in Bio-Qualitäten starteten unter dem Motto: Sinnvoll für Mensch und Erde! Wenn die Lebensmittel früher teurer waren, dann vor allem auch, weil in den Lebensmittelpreisen zugleich ein Beitrag zur Erhaltung der Kultur und der Fruchtbarkeit unserer Erde enthalten war. Tatsächlich ist unter dem Druck auf die Lebensmittelpreise in den letzten Jahren manches wegrationalisiert und auf erden-, pflanzen- und tiergemäßes Arbeiten weniger geachtet worden.
Müssen wir uns nicht fragen, ob wir das Geld für die richtigen Dinge ausgeben? Selbstbewusst essen heißt auch, sich bewusst zu machen, was man mit seinen Ausgaben für Essen und Trinken fördert oder auch verhindert. Die Herausforderung der nächsten Zeit wird sein, dass wir zunehmend Herr werden über das, was wir essen und trinken, statt ganz Knechte unserer Triebe und Gewohnheiten zu sein. Jetzt wird über zukünftig steigende Lebensmittelpreise gesprochen.
Statt das als Mahnung zum Umdenken zu nehmen, plädieren manche dafür, die Gentechnik als Ausweg einzusetzen. Aber die Gentechnik, wie überhaupt Patente auf Pflanzen und Tierzucht, werden die Nahrungsmittel nicht verbilligen und verbessern, sondern nur einigen mächtigen Unternehmen ermöglichen, an jedem Bissen, den wir essen, mitzuverdienen. Wir sollten den Menschen, die uns davor bewahren wollen, unsere Zustimmung ausdrücken.
Ein gutes Leben wünscht Ihnen Ihr Wolfgang Gutberlet
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