tegut… Ihr Supermarkt für gute Lebensmittel

Die richtige Menge anbieten und Lebensmittelabfälle vermeiden

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Interview mit Thomas Gutberlet, tegut… Vorstandsvorsitzender

Thomas Gutberlet bei einem Gespräch

Obst, Gemüse, Backwaren, Wurst – das alles muss gemäß den Kundenwünschen täglich in vielen Sorten und frisch verfügbar sein. Im Sinne der Welternährung und des Klimaschutzes gilt es jedoch, die Überproduktion und den Lebensmittelmüll drastisch zu reduzieren. Welche Vielfalt des Angebotes ist kurz vor Ladenschluss noch zu verantworten? Welche Ausrichtung haben die tegut… Märkte und wie reagieren die Kunden darauf? Zu diesen Fragen äußert sich tegut… Vorstandsvorsitzender Thomas Gutberlet im Interview.

Herr Gutberlet, was müssen Sie als Lebensmittelhändler beachten, damit Ihre Kunden bis Ladenschluss die erwartete Auswahl bekommen und dennoch Lebensmittelmüll vermieden wird?
Thomas Gutberlet: Ideal für unsere Kunden und uns als Händler ist es natürlich, dass zum Beispiel die letzte Gurke ge- bzw. verkauft wird, wenn unsere Märkte am Abend schließen. Das geht leider nicht immer auf. Es kommt darauf an, dass wir gut disponieren, also planen und bestellen. Dabei werden wir inzwischen auch von komplexen elektronischen Systemen unterstützt, die auf mathematischen Berechnungen beruhen.

Was muss unbedingt noch an frischer Ware vorhanden sein, obwohl der Ladenschluss kurz bevorsteht?
Bleiben wir beim Beispiel der Gurke: Der Kunde muss in der Gurkensaison bis zum Ladenschluss noch eine bekommen. Da wir regional und biologisch ausgerichtet sind, sollte das möglichst eine heimische Bio-Gurke sein. Er muss also nicht mehr fünf verschiedene Sorten erhalten, aber diese eine muss es noch geben. Sonst hätten wir keine zufriedenstellende Leistung erbracht. Unser Ziel muss es sein, von den Früchten der Saison mindestens eine Sorte bis zum Schluss anzubieten und trotzdem nichts übrig zu haben.

Wie arbeiten die Mitarbeiter von tegut… in den Märkten bereits jetzt, um Überschüsse zu vermeiden?
Unsere Kunden erwarten einerseits, dass sie das bei uns übliche besondere Warensortiment bis zum Ladenschluss erhalten. Andererseits sind sie so verständnisvoll, dass sie keine zehn Sorten Brötchen mehr verlangen, sondern auch zwei oder drei völlig ausreichen. Im Markt kann je nach Bedarf auch noch frisch gebacken werden. Bei Wurstwaren wird zum Ladenschluss hin nur noch die Menge aufgeschnitten, die der Kunde gerade verlangt. Damit erhalten wir die Frische des Produkts und vermeiden, dass wir am Abend etwas über haben, was am nächsten Tag nicht mehr angeboten werden kann.

Was geschieht mit den Lebensmitteln, die am nächsten Tag nicht mehr verkauft werden können?
Alles, was rechtlich vertretbar ist, geben wir an die „Tafeln“ der Region, um damit Menschen mit sehr geringem Einkommen zu unterstützen. Was nicht mehr verwendbar ist, wird Kompost- oder Biogasanlagen zugeführt, deren Betrieb nur so wirklich sinnvoll ist. Extra beispielsweise Mais für Biogasanlagen anzubauen, was bedeutet, dass weniger Ackerfläche für den Lebensmittelanbau zur Verfügung steht, ist im Sinne des Klimaschutzes und der Welternährung der falsche Weg.

Wie vermitteln Sie diese Ausrichtung Ihren Kunden?
Wir werden mit unseren Kunden über dieses Thema sprechen, denn wenn wir Lebensmittelmüll vermeiden, leisten wir schließlich einen weiteren Beitrag, den Hunger in der Welt zu vermindern. Es geht nicht darum, auf ein gewisses Sortiment zu verzichten, sondern auf zuviel Menge. Momentan gelingt es uns zu rund 90 Prozent, so zu disponieren, dass die Vielfalt da ist und nichts übrig bleibt, außer vielleicht die ein oder andere Lücke im Regal. Das ist aus meiner Sicht nicht schlecht, aber da müssen und können wir noch besser werden.

Wie vermeidet tegut... Lebensmittel-Abfälle?

In einem weiteren Beitrag zur Resteverwertung erfahren Sie welche Maßnahmen, über die oben genannten hinaus, tegut... umsetzt um Lebensmittel-Abfälle zu vermeiden.

Mit Thomas Gutberlet sprach Carsten Kallenbach, Freies Journalistenbüro der Rhön, Oberweid.

von Online-Redaktion

5 Kommentare

  • Angesichts der von tegut initiierten strafrechtlichen Verfolgung dreier "Mülldiebe" sind das doch alles hohle Worte.

    Joachim Wulff - 05.02.2014 um 21:01 Uhr Antworten

  • tegut... tegut...

    Guten Tag N. Hase, Hallo M. Reus, unser Konzept ist es, frische Ware anzubieten. Durch geschickte Bestückung der Regale versuchen wir, Retouren möglichst zu reduzieren. Bei Brötchen haben wir z. B. die Möglichkeit, viele Sorten im Laufe des Tages nach zu backen und somit eine möglichst nahe am Bedarf liegende Bestückung der Regale zu erreichen. Auch einzelne Brote wie etwa das Bauernbrot können am Abend nach Bedarf frisch aufgebacken werden. Brote und Brötchen die bis Ladenschluss nicht verkauft werden, geben wir an die Tafeln ab. Nicht mehr verkaufsfähige Backwaren finden im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen Verwertung als Tierfutter, oder kommen zur Energiegewinnung in eine Biogasanlage.

    tegut... Kundenbetreuung - 02.04.2012 um 12:29 Uhr Antworten

  • Wie ist das eigentlich mit Herzberger- Vortagsläden?

    N Hase - 21.03.2012 um 22:45 Uhr Antworten

  • keiner will wegwerfen, aber keiner ist bereit, am Abend nur noch 1 Brot anzubieten, nur mein Bäcker auf dem Dorf, bei dem ich um 17,55 auch mal leer ausgehen kann, alle anderen haben noch viele sorten kurz vor 20 Uhr da. Auch Tegut, vieleicht war die Gurke das falsche Beispiel Herr Gutberlet? Natürlich verstehe ich, daß ich auch um 18Uhr nch was anbieten will, aber ich sehe wlche Mengen um diese Zeit oder Samsatgs um 15 Uhr noch da sind. Und Brot wirft man auch an den Tafel-Verteilstellen massenhaft weg, da habe ich mitgearbeitet und kenne auch Leute aus anderen Städten, die das bestätigen.

    M. Reus - 03.11.2011 um 10:57 Uhr Antworten

  • Wenn tegut wirklich so wirtschaftet, wie Herr Gutberlet es beschreibt, wäre dies wirklich ein Argument für den umweltbewussten Verbraucher, bei Tegut einzukaufen. Allerdings würde mich der Vergleich zu anderen Supermarktketten interessieren.

    J. Sommer - 12.09.2011 um 17:23 Uhr Antworten

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