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Klasse, was Koriander alles kann...

Anders als Schnittlauch, Basilikum und Dill hat der Koriander noch nicht jede Küche erobert. Kaum ein anderes Kraut polarisiert so stark wie diese Pflanzenart aus der Gruppe der Doldenblütler: für die einen eine wahre Geschmacksoffenbarung, für die anderen ein absolutes No-Go. Wer ihn mag, kann in der Regel nicht genug davon bekommen. Und alle anderen winken dankend ab. Der Grund dafür liegt in den Genen: Genforscher machen ein bestimmtes Gen, das Aldehyde registriert, von denen der Koriander reichlich hat, dafür verantwortlich. Es sorgt dafür, dass der leicht seifige Geschmack des Korianders stärker hervortritt – und genau der ist der Grund, warum die Abneigung sich extrem ausgeprägt zeigt. Betroffen sind 17 % der Europäer, 21 % in Ostasien und 14 % der Afrikaner.

Trotzdem wird Koriander in Asien genutzt wie hierzulande Petersilie. Was zum einen am unverwechselbaren Aroma liegt. Zum anderen aber sicher auch an den gesundheitsfördernden Eigenschaften, die ihm nachgesagt werden. Wir haben ein paar schmackhafte Fakten zu diesem Heilkraut zusammengetragen – machen Sie selber ein Bild, was alles in ihm steckt!

Nomen est omen: darum heißt der Koriander Koriander

Koriander-Fans werden jetzt vermutlich aufschreien. Denn der Name des Krauts leitet sich von dem griechischen Wort "Koris" ab, das heißt Wanze. Und zwar deshalb, weil die Blätter einen Geruch verströmen, der manch einen an die Ausdünstung verschiedener Wanzenarten denken lässt. Daher auch einige der Namen, die synonym für Koriander im Umlauf sind: Wanzendill, -kraut oder -kümmel.

Darüber hinaus hat Koriander eine Vielzahl anderer Namen, die Highlights sind Stinkdill, Schwindelkraut und Rügelikümmi, wie man ihn der Schweiz nennt. Aber es gibt auch Bezeichnungen, die an die Tatsache anknüpfen, dass Koriander anderswo einen anderen Stellenwert hat: So spricht man beispielsweise auch von Asiatischer oder Indischer Petersilie.

Wo der Koriander herkommt

Ganz genau weiß man es nicht. Wahrscheinlich ist seine ursprüngliche Heimat der Mittelmeerraum. Heute ist er quasi überall auf der Welt zuhause und wird im großen Stil kultiviert – in Amerika, Europa, Afrika und Asien.Genutzt wird Koriander schon sehr, sehr lange. Das weiß man von einer steinalten Tontafel, nach der das Kraut schon vor 5.000 Jahren in den Palastgärten eines babylonischen Königs wuchs.Außerdem wurde er als Grabbeigabe von Tutenchamun gefunden – der altägyptische König regierte bis 1323 v. Chr., als man sein Grab 1922 entdeckte, enthielt es neben zahlreichen Schätzen auch Koriandersamen. Weiterhin deuten Funde und Schriften aus der Römerzeit, China und ab dem 11. Jh. auch aus England auf die Nutzung von Koriander hin. Interessant ist an der Stelle, dass das duftende Kraut auch zur Herstellung von Parfüm verwendet wurde. Als Räucherwerk wurden die desinfizierenden Eigenschaften des Korianders genutzt, um Krankheiten wie Pest und Cholera aus Räumen fernzuhalten. 

Koriander in der Hausapotheke

Unglaublich, wie vielseitig das Superkraut als Heilpflanze eingesetzt werden kann. In der TCM (Traditionell Chinesische Medizin) hat sich Koriander den Ruf als Kraut der Langlebigkeit erarbeitet, im Ayurveda wird es als entgiftendes und verdauungsförderndes Mittel betitelt. Und auch im Heilkräutergarten von Hildegard von Bingen hatte Koriander bereits im Mittelalter seinen festen Platz.

Eine Studie aus Japan kommt zu dem Ergebnis, dass sich durch frisches Korianderkraut Schwermetalle eliminieren lassen, die wir über die Luft, Wasser und Nahrungsmittel aufnehmen. Darunter zum Beispiel Quecksilber, Cadmium, Blei und Aluminium. Alle risikobehaftet, weil sie sich im Gewebe ablagern, das Immunsystem angreifen und langfristig krank machen können. Daher werden die Blätter in der Naturheilkunde für Entgiftungs- und Reinigungskuren und zur Schwermetallausleitung eingesetzt.

Korianderblätter stecken außerdem voller Antioxidantien, die bekanntermaßen gegen Entzündungen gute Dienste leisten können.
Ebenfalls wird Koriander ein lindernder Effekt auf den Magen-Darm-Trakt zugesprochen: Das Kraut soll den Appetit anregen und bei Magenschmerzen, Durchfall, Blähungen und Völlegefühl helfen. Auch Menschen, die unter einem Reizdarmsyndrom leiden, sollen von der Wirkung profitieren, selbst bei Zöliakie und Laktoseintoleranz wurde berichtet, dass Koriander die Beschwerden abmildern kann.Das ätherische Korianderöl punktet durch seine antibakterielle Wirkung. Aber Vorsicht bei der Anwendung: für Babys, Kleinkinder und Asthmatiker können ätherische Öle generell und das Korianderöl in diesem speziellen Fall nicht empfohlen werden.

Kau Koriander

Ein Bestandteil des Korianderöls, Citroneol, gilt als ein hervorragendes Antiseptikum und soll noch dazu gegen Mikroorganismen wirken. Bei Mundbläschen und kleinen Geschwüren im Mund wird daher der Verzehr von Koriander empfohlen. Zusätzlich sorgt das Kraut für frischen At

Gesund genießen: die wichtigsten Vitamine und Mineralien im Koriander

Koriander enthält die Vitamine A, B2 und E und ist reich an Kalium: satte 521 mg pro 100 g. Außerdem stecken Vitamin C und Eisen drin, eine gute Kombi, denn Eisen braucht Vitamin C, um vom Körper optimal aufgenommen zu werden.

Wenn Sie sich jetzt fragen, wie Sie am besten auf eine gesundheitlich relevante Menge Koriander kommen: Ein grüner Smoothie ist immer eine gute Idee – weitere Vorschläge finden Sie in den köstlichen Koriander-Rezepten weiter unten.

Tipps & Tricks rund um Koriander

Koriandergrün oder -samen, das ist hier die Frage. Und über die scheiden sich, wie bereits erwähnt, die Geister. Die Samen finden Sie in der Regel gemahlen im Gewürzregal, die enthaltenen ätherischen Öle liefern das intensive Aroma, in dem Kennernasen eine Note von Waldhonig, Pinien, Zimt und Pfeffer aufspüren. Das Koriandergrün hat einen frischen, zitronigen, mitunter auch leicht seifigen Geschmack, der von scharf bis sauer charakterisiert wird.

Das Grün gibt es als Bundware, Sie können Koriander aber auch problemlos im Garten anbauen oder im Topf auf Terrasse bzw. Balkon kultivieren. Suchen Sie dafür ein windstilles Plätzchen – im Halbschatten, wenn Sie hauptsächlich die Blätter ernten wollen. Oder sonnig, wenn Sie auf die Samen warten. So oder so: regelmäßig gießen, solange er wächst, aber Staunässe vermeiden.
Ernten können Sie das Kraut, sobald es groß genug ist, dazu einfach abschneiden. Die Samen sind nach der Blütezeit ab August bis in den September soweit.

Aufbewahren lässt sich Koriander prima. Behandeln Sie ihn wie einen Strauß Rosen: frisch anschneiden (gut 2 cm vom Stielende weg) und in Wasser stellen. Dann allerdings – anders als die Rosen – in den Kühlschrank damit. Nicht waschen vorher, das mag er nicht. Wenn Sie ihn trocknen wollen, hängen Sie am besten ganze Bündel kopfüber dort auf, wo es warm und windgeschützt ist. Aber nicht in die pralle Sonne, sonst verblassen die Blätter. Getrocknet können Sie das Kraut am besten luftdicht in einem Einmachglas aufbewahren, so hält es mindestens ein halbes Jahr.

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die gerne mal einen Kräuterlikör ansetzen – auch dafür können Sie Koriander bestens brauchen.

Koriander – so köstlich

Auch in der Küche gibt es wieder ganz unterschiedliche Einsatzgebiete für die Samen und das frische Kraut. Die gemahlenen Samen sind fester Bestandteil der Weihnachtsbäckerei, geben Brot die richtige Würze und eigenen sich für deftige Braten, Pasteten, Eintöpfe, Saucen und Salate. Außerdem findet man sie in den meisten Curry-Mischungen. Wenn Sie Fan von frisch gemahlenen Gewürzen sind und einen Mörser im Schrank haben: die Koriandersamen, die es übrigens auch in Ihrem tegut... Markt gibt, in einer Pfanne leicht anrösten, bevor Sie sie zerstoßen, dann ist der Geschmack besonders intensiv.

Das Koriandergrün passt wunderbar zu asiatischen, orientalischen und lateinamerikanischen Gerichten. Ob, Tajines, Currys, Suppen oder Wokgemüse – frischer Koriander darf auf keinen Fall fehlen. Aber bitte nicht mitkochen, sondern erst zugeben, wenn aufgefüllt wird, sonst verliert er sein Aroma – und das wäre echt schade.

Wenn Sie Hummus, Chutneys selber machen, Dips oder Kräuterbutter: Koriander verleiht allem eine raffinierte Note. Egal, ob eine Prise der gemahlenen Koriandersamen oder frische Blätter. Seien Sie erfinderisch – Sie werden überrascht sein, welches Geschmacksfeuerwerk beispielsweise Pellkartoffeln mit Korianderquark liefern.

Aus unserer Sicht ist mit Koriander würztechnisch alles im grünen Bereich – probieren Sie einfach mal das ein oder andere unserer Rezepte aus, ob Sie das auch so sehen.

Susanne Berndl
Freie Journalistin / München

Kräuter-Steckbrief Koriander

Herkunft
Ursprünglich vermutlich aus dem Mittelmeerraum, wird heute eigentlich überall auf der Welt angebaut

zugeschriebene Heilkraft

  • appetitanregend
  • antibakteriell
  • antimykotisch
  • beruhigend
  • entgiftend
  • entzündungshemmend
  • leitet Toxine aus
  • verdauungsfördernd
  •  

von Online-Redaktion