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Nachhaltige Ernährung

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Nachhaltigkeit ist messbar: der ökologische Fußabdruck

5,4; Das sind nicht etwa die Kilo, die ich im letzten Jahr zugenommen habe und auch nicht meine englische Schuhgröße. 5,4 gha (globale Hektar) ist die Größe meines ökologischen Fußabdrucks. Für eine Recherche zum Thema Nachhaltigkeit habe ich dazu einen Test auf der Homepage von Brot-für-die-Welt gemacht. Das Ergebnis ist ernüchternd: Ich, 33, Pendlerin, Flohmarkt-Fan und moderate Fleischesserin, benötige für meinen Lebensstil 3,2 Planeten Erde. Dabei war ich bisher immer der Meinung, dass ich mich bereits in vielen Lebensbereichen ziemlich nachhaltig verhalte. Immerhin verzichte ich beim Einkauf jedes Mal auf die Plastiktüte! Auch meine Kolleginnen in der Redaktion konnten das Ergebnis des Tests kaum glauben. Abgefragt wurden neben Konsumverhalten, Wohnen und Mobilität auch Vorlieben im Bereich Ernährung.
Schon lange ist bekannt, dass unsere Wohlstandsgesellschaft mehr nimmt, als in verträglichem Maß produziert werden kann. Dadurch ist die Welt in eine Schieflage geraten, in der immer mehr Menschen in den Industrienationen krankhaft übergewichtig sind und in den Entwicklungsländern Millionen unter den Folgen von Unterernährung leiden. Nachdem diese globalen Probleme, die auch mit dem Klimawandel zusammenhängen, häufig zu groß klingen, um sie anzupacken, resigniert man als Verbraucher viel zu oft. Dabei ist es die Summe aus kleinen Veränderungen, die letztlich eine große Bewegung werden kann.
Mit unseren Überlegungen zu nachhaltiger Ernährung wollen wir Wege aufzeigen, wie jeder Einzelne durch sein tägliches Konsumverhalten einen Unterschied für die Umwelt, die Gesellschaft und die eigene Gesundheit machen kann.

Nachhaltige Ernährung und Klimawandel

Das Lexikon der Nachhaltigkeit definiert nachhaltige Ernährung als Versuch, sich so zu ernähren, dass die gesamten gesundheitlichen, ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen unseres Ernährungsstils möglichst positiv sind. Heißt, dass man ein bisschen über den Tellerrand schaut und beim Einkaufen ein paar Aspekte einbezieht. Wie beispielsweise die Produktion und den (übermäßigen) Konsum von Fleisch, der in direkter Verbindung zu einem gigantischen CO2-Ausstoß steht.

CO2

Hätten Sie gedacht, dass sich etwa die Hälfte aller Treibhausgase in Europa auf unsere Ernährung zurückführen lassen? Angefangen mit der Fleischindustrie. Die Viehzucht ist Methanproduzent Nr. 1 –Methan gehört zu den bedeutendsten Klima(ab)gasen. Macht laut Bundesumweltamt 9,7 % der gesamten Treibhausgas-Emissionen aus. Mit diesem Zahlen im Kopf haben wir mal einen kritischen Blick auf unser Frühstück geworfen – mit Hilfe einer Tabelle vergleichen zwei meiner Kolleginnen ihre CO2-Emissione

Katharina ernährt sich Ovo-Lakto-Vegetarisch. Ihr Frühstück besteht aus einem Brötchen mit Margarine, Ei, Tomate plus Fruchtsaft und kommt auf einen CO2-Ausstoß von 61,2 g pro 100 g. Sabine mag es deftiger, bei ihr landen Wurst, Käse, Schinken und Butter auf dem Teller, dazu gibt es einen leckeren Kaffee. Ihr Frühstück sorgt im Vergleich für eine CO2-Belastung von 464,9 g auf 100 g.
Man muss kein Mathe-Genie sein, um auf einen Blick zu sehen, was in Summe besser ist. Heißt jetzt aber natürlich nicht, Sie sollen unterm Strich nur noch vegan essen. Vielmehr zeigt es, dass Obst- und Gemüseesser in der Regel weniger CO2 produziert als diejenigen, die viel Fleisch und Wurst konsumieren. Wobei es auch hier große Unterschiede bedingt durch Wasserverbrauch und Transportwege gibt: Eine positive Ökobilanz ist viel eher gegeben, wenn es sich um regionales und saisonales Grünzeug handelt. Wer nur importierte Ananas oder wasserverwöhnte Avocados kauft, schneidet schlechter ab.

Wasser

Wasser ist die wichtigste Ressource überhaupt. Schon heute leiden viele Menschen und Regionen weltweit unter Wassermangel, beispielsweise, weil der Grundwasserspiegel sinkt oder es einfach zu wenig regnet.

Dann verschlingt der Anbau bestimmter Früchte und Gemüsesorten immens viel Wasser. Besonders Kaffee ist hier hervorzuheben mit einem Verbrauch von 21.000 l pro Kilo, Avocados mit 2.000 l und Reis mit knapp 4.000 l pro Kilo.
Aber auch Rindfleisch schlägt mit 13.000 l pro Kilo schwer zu Buche. Gemessen an diesen Fakten verwundert es nicht, dass eine Studie des WWF zu diesem erschreckenden Ergebnis kommt: Der tägliche Wasserverbrauch pro Nase in Deutschland liegt bedingt durch unsere Ernährungsgewohnheiten bei ca. 5.290 l.

Sehr wohl können Sie also Ihren Wasserverbrauch über Ihr Einkaufsverhalten reduzieren. Und nicht nur den Wasserverbrauch – auch Ihr CO2-Fußabdruck kann, je nachdem, welche Waren in Ihrem Einkaufskorb landen, gesteuert werden.

Nachhaltig Einkaufen

Beim nachhaltigen Einkauf spielen auch gesellschaftliche Aspekte eine Rolle: Hier geht es vor allem um die Bedingungen, unter denen ein Produkt hergestellt bzw. geerntet wird. Greifen wir einfach mal Bananen, Kaffee und Kakaobohnen als Grundlage für Schokolade heraus. Zum Teil sind sie mit dem Fair-Trade-Siegel ausgezeichnet. Es signalisiert, dass die Arbeitsbedingungen vor Ort in Ordnung sind, die Menschen fair bezahlt und definierte Umweltkriterien eingehalten werden. Speziell für Schokolade gibt es noch weitere Siegel, die für einen anständigen Umgang mit den Arbeitern vor Ort stehen – darunter „Rainforest Alliance“ und „UTZ“.tegut… führt zahlreiche Produkte, die unter fairen Bedingungen hergestellt werden – erkennbar an den gängigen Siegeln. Außerdem haben wir mitgewirkt, Projekte ins Leben zu rufen, bei denen Lebensmittel für unsere Märkte unter fairen Bedingungen produziert werden. Darunter die fairbindet Milch, die den Milchbauern einen fairen Milchpreis garantiert und deren Herkunft transparent bis zum Bauernhof aus der Region zurückverfolgt werden kann.

Fairness ist für uns auch, wenn Regionalität und Ökologie Hand in Hand gehen. Eine Möhre, die zwar im Einklang mit der Natur auf einem Biohof gewachsen ist, aber dann tausende Kilometer durch die Gegend gefahren oder geflogen wird, geht zu Lasten unserer Natur. Lebensmittel von Produzenten aus der Region zu beziehen ist nicht nur nachhaltiger, sondern auch besser für Qualität und Frische der Lebensmittel und nicht zuletzt für die regionalen Betriebe. Diese sind häufig in Bio-Anbauverbänden organisiert: Bioland, Naturland, Demeter und andere sind Zusammenschlüsse von ökologisch wirtschaftenden Bauern, Verarbeitern und anderen landwirtschaftlichen Produzenten, deren Richtlinien für Anbau und Tierhaltung deutlich strenger und nachhaltiger sind als die des EU-Bio-Siegels. Das erklärt den Preisunterschied.

Wie überall, wenn es um Konsum geht, haben wir ein mächtiges Instrument in der Hand, mit dem das Angebot in Märkten gesteuert werden kann: unser Kaufverhalten. Wenn nicht ausschließlich den günstigsten Lebensmitteln der Vorzug gegeben wird, sondern nachhaltige Produktion honoriert und höhere Preise für diese Produkte akzeptiert werden, fördern wir Umweltschutz, Tierwohl und faire Arbeitsbedingungen und tun nicht zuletzt auch etwas für die eigene Gesundheit. Nachhaltigkeit beinhaltet viele Aspekte und Möglichkeiten, auf die wir selbst Einfluss nehmen können. Kurz und übersichtlich haben wir die Big 7 der nachhaltigen Ernährung für Sie zusammengestellt.

Die Big 7 der nachhaltigen Ernährung: 

  1. Nachhaltiger Genuss: BIO ist besser
  2. Aus der Region, aus der Saison / Regional & saisonal – das is(s)t gesund
  3. Mehr pflanzliche Lebensmittel, weniger Fleisch
  4. Selber machen statt fix und fertig kaufen
  5. Fair für alle: fair-trade-Lebensmittel
  6. Ressourcen schonen, mit Köpfchen einkaufen
  7. Gut fürs Gewissen, gut für den Körper

Sie sehen: Jede Kleinigkeit, die verändert wird, kann bei 7,5 Mrd. Menschen in Summe einen großen Unterschied machen. Wir bei tegut… helfen Ihnen dabei: Für einen nachhaltigen Einkauf bieten wir zum Beispiel eine Vielzahl plastikfreier Transportlösungen an und reduzieren den Plastikanteil der Umverpackungen bei allen Produkten, wo wir Einfluss nehmen können. Außerdem setzen wir in unseren Märkten auf CO2 neutrale Kühlsysteme und 100% Ökostrom.

Auf die Gesundheit

Dass es außerdem der eigenen Gesundheit extrem guttut, wenn sie mit reichlich frischem Obst und Gemüse gefüttert wird, ist nichts Neues. Dass damit aber auch gezielt Krankheiten vorgebeugt werden kann, ist für den ein oder anderen vielleicht doch überraschend. Als Vegetarier lebt man tatsächlich gesünder und in der Regel sogar länger, aber auch diejenigen, die ihren Fleischkonsum lediglich reduzieren, profitieren bereits: Die Gefahr für Herzkrankheiten und Schlaganfälle sinkt – zu dem Ergebnis kam eine groß angelegte Studie, die der American Heart Association präsentiert wurde. Wenn Sie also nicht komplett auf vegetarische Ernährung umsteigen wollen, wie wäre es, zumindest jeden zweiten Tag auf Fleisch zu verzichten? Aus Sicht Ihrer Gesundheit sicher keine schlechte Idee.
Wir haben auf alle Fälle reichlich gute Rezepte aus unserer Kochwerkstatt, die Ihnen dabei helfen – probieren Sie doch mal das ein oder andere aus. Und Sie werden schnell entdecken, wie köstlich vielseitig nachhaltige Ernährung sein kann.

von Online-Redaktion

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