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Die tegut… Bio-Botschafterin auf dem Demeter-Hof Amico Bio in Italien

Für die 28-jährige Isabel Blum aus Witzenhausen hat sich ein großer Wunsch erfüllt: Sie durfte als tegut… Bio-Botschafterin vier Tage lang auf einem Bio-Hof in Italien erleben, was Demeter bedeutet – vom bio-dynamischen Saatgut über die Ernte bis hin zum sorgfältigen Verpacken der Ware – und natürlich auch, wie lecker frisch geerntetes Demeter Bio-Gemüse schmeckt. Gemeinsam mit ihrem Freund wurde sie auf dem Hof Amico Bio im schönen Örtchen Santa Maria Capua Vetere herzlich aufgenommen und war sofort von der Gastfreundschaft und der köstlichen italienischen Küche der Familie Amico begeistert.

Wie Isabel Blum als tegut… Bio-Botschafterin nach Italien gekommen ist?

Die Pädagogik-Studentin und Hobby-Gärtnerin wurde bei ihrem Einkauf auf das tegut… Gewinnspiel „Bio-Botschafter/in gesucht“ aufmerksam und hatte sich gleich gemeinsam mit ihrem Freund beworben. Als sie dann noch das große Glück hatte, als Gewinnerin ausgelost zu werden, konnte sie es kaum erwarten, ihre Reise nach Italien anzutreten. Was sie dort Spannendes und Inspirierendes erlebt hat, berichtet sie hier in ihrem Reisetagebuch.

Reisetagebuch Tag 1

Endlich Bodenkontakt
Der Flug hat mir einiges abverlangt. Die Herbstwinde über Italien haben dem kleinen Flugzeug, das uns zwischendurch auf 38,5 km hochbrachte, gut … „Hallo“ … durchgeschüttelt.
Nach der Landung dann eine Escorte: Enrico und Luigi holten uns (Thorsten und Alexander vom tegut-Obst- und Gemüse-Einkauf, Pascal und mich) persönlich vom Flughafen in Neapel ab. Gemeinsam fuhren wir zum Restaurant von Enricos Cousin. Dort sollten wir zum ersten Mal erfahren, was Italien ist – Essen mit der Familie. Enrico, der Gründer von Amico Bio, stellte uns alle vor: die Brüder, seine Frau, die Cousins. Alle tragen dazu bei, dass sich das Konzept „Amico Bio“ nicht nur auf das Erzeugen von guten Lebensmitteln beschränkt.

So ist auch eine Gastronomie daraus erwachsen! Außerdem ist der Hof ein Ausflugsort für Schulklassen: Das aktuellste Projekt umfasst neue Seminarräume, in die im nächsten Frühjahr international eingeladen wird, um modernste Anbaumethoden weiterzuentwickeln und altes Wissen zu teilen. In den Gärten des Grundstücks stehen geschützte Pflanzen. Die Wohnstätten für Angestellte, die Saison für Saison wiederkommen, sind auf das tägliche Familienleben ausgelegt.

Nach dem wirklich köstlichen Essen, mit Zutaten aus seinem Betrieb, nahm uns Enrico mit auf die Felder in unmittelbarer Nähe des Hofs. Dort ist das erste Foto entstanden. Enrico hält feinsten, selbst erzeugten Kompost hoch, der inzwischen schon fast wieder einsatzbereit für die Felder ist. Diese Reise ist nicht nur für Pascal und mich ein Geschenk. Für Alexander, der im tegut-Obst- und Gemüse-Einkauf seit zwei Jahren für die Bio-Lebensmittel zuständig ist, ist es das erste Mal, dass er die Produkte im Heranreifungsprozess erlebt und sieht, welche Begeisterung dafür notwendig ist, dass die Lebensmittel so besonders werden. Für Thorsten, er leitet den tegut-Obst- und Gemüse-Einkauf, ist es immer wieder ein Highlight, hier zu sein. Er hat den Hof auf dem Weg zum Demeter-Standard begleitet. Das ist jetzt schon 15 Jahre her. Eine lange Zeit, auch für Probleme, Zwischenfälle, Konflikte, und um vieles zu bewirken. Dass diese Geschäftsbeziehung noch steht, spricht für sich.

Am meisten hat mich heute der Rucola beeindruckt: dessen große Anbaufläche, aber besonders auch sein Geschmack. Enrico erklärte, dass dafür die richtige Menge Wasser und Nährstoffe zur richtigen Zeit notwendig seien. Er bringe es einfach nicht übers Herz, seinen Lieblingssalat in die Höhe und Masse schießen zu lassen. Dann leide der Geschmack. Die Rückendeckung im Einkauf gibt ihm dann wieder Thorsten, der genau wie ich jetzt, begeistert ist vom Ergebnis.

Eine schöne Geschichte in Sachen Nachhaltigkeit ist die Kohlrabisorte „Enrico“. Thorsten wollte, dass Enrico seine damalige Kohlrabisorte optimiert. Das funktioniert über jahrelange Samengewinnung und Weiterentwicklung. Im Gegenzug wollte Enrico die Absicherung von Thorsten, dass sein Kohlrabi später abgenommen wird und die Mühe nicht umsonst war. Also hat tegut komplett auf Demeter-Kohlrabi von Enrico umgestellt, ohne auf konventionellen Kohlrabi zurückzugreifen. So ist nach acht Jahren der Arbeit am Saatgut die Sorte „Enrico“ entstanden. Daran verstehe ich, dass sich beide Seiten brauchen, und es nur das Ziel sein kann, sich gegenseitig zu unterstützen, auch wenn der Lohn dafür erst einmal fern scheint.

 

Reisetagebuch Tag 2

Salatfrische mit essbaren Blüten

Heute sind wir mit einem Frühstück auf dem Hof gestartet, zubereitet von Enricos Schwester. Es gab bereits am Morgen Kuchen; wunderbar! Die erste Station danach war ein Gewächshaus voll mit essbaren Stiefmütterchen. Da es die Nacht und den Morgen geregnet hatte, war dieser bunte Anblick eine wahre Freude für uns alle. Nach diesem farbenfrohen Eindruck ging es direkt weiter zu den Freilandfeldern, auf denen Fenchel, Spinat, Lauchzwiebeln, Schwarzkohl, Grünkohl, Radicchio und Mangold mit den Wassermassen zu kämpfen hatten.

Es regnete bei unserer Ankunft bereits seit 15 Tagen am Stück. Das sah man auch den Feldern an. Das Gemüse hielt sich tapfer. Mit schmutzigen Schuhen schlitterten wir zurück ins Auto und machten uns zu der Verpackungsanlage auf den Weg.

In einer Halle angekommen, extra für die Pflanzenabpackung gebaut, zogen wir uns Schutzkleidung über unsere schmutzigen Schuhe und betraten einen sehr kalten Raum, in dem die fertig abgepackten Salate kurz verweilen, bevor sie sich nach nur ein paar Stunden Wartezeit per LKW auf den Weg zu den Supermärkten machen.
Von dort aus ging die Besichtigung weiter zu einer Maschine, die in Italien für den Betrieb Amico Bio eigens gebaut wurde. Der Salat wird auf dem Laufband verteilt, um zunächst gewaschen zu werden. Als nächstes wird er getrocknet, dann in 120-g-Portionen aufgeteilt und in Behälter gefüllt. Zum Schluss werden per Hand noch essbare Blüten auf den Mischsalat gegeben, bervor er eingepackt wird. Dieser Mischsalat, den wir über den ganzen Prozess hinweg immer wieder probiert haben und der am Ende nichts an seinem tollen Geschmack eingebüßt hat, wird nach Deutschland ans tegut-Obst- und Gemüse-Lager geschickt.

Neben dieser Halle befindet sich ein beachtlicher Anbau. Hier gibt es Platz für Rucola-Jungpflanzen. Eine weitere Maschine befüllt hier die mehrfach wiederverwendbaren Styroporbehälter mit Erde und gibt in jede der 200 Öffnungen einen Samen hinein. In diesen Behältern wachsen die Jungpflanzen heran, bis sie per Hand in den Ackerboden gepflanzt werden, der von einem Folientunnel überspannt ist. Diese Vorgehensweise macht durch das gute Ergebnis den Unterschied zu konventionellem Hybrid-Saatgut aus und sie beeinflusst auch den Preis der Ware.

Reisetagebuch Tag 3

Freilaufende Schweine und Kühe in Wald, Wiese und DorfDer Hof, auf dem wir untergebracht sind, befindet sich in Capua. Auch das Blumengewächshaus liegt hier. Doch heute ging die Reise für uns nach außerhalb. Es ging zu den Tieren in die Berge. Eine ca. 15 km lange Autofahrt ... Jetzt lass mal die Kuh im Dorf! Ja, ich weiß, der Spruch geht anders.

Aber: Schon mal von Kühen und Schweinen gehört, die ohne Zäune auskommen und frei in Wald, Wiese und Dorf herumlaufen dürfen? Ich nicht, bis jetzt zumindest. Die zentrale Anlaufstelle für die Tiere liegt sehr ländlich. Dort, wo die Sträßchen sich schlängeln und keine zwei Golfs mehr nebeneinanderher passen. Hier oben ist Platz und das passende Tempo für den Vorsatz, die Tiere nur zu den Futterzeiten zu den Stallungen zu bitten. Was einmal gelernt ist, bleibt. Heute ist der Tierarzt da. Deswegen sind so viele Tiere auf einmal im Hof. Wie ein volles Wartezimmer. Die Tiere werden anhand äußerlicher Merkmale auf ihre Gesundheit geprüft, und sie werden geimpft.Es gibt hier oben Quellen. Diese ermöglichen den Standort. Die Schweine können suhlen. Ich würde zu gerne sehen, wie sich die Schweine auf ihrem Rückweg verteilen, am Horizont verschwinden und ihre Lieblingsorte aufsuchen. Vielleicht beim nächsten Mal. Der Anblick heute war allerdings auch schon zum Dazulegen ...

Alle hier sind sehr stolz auf die Tiere, denn so schließt sich der Demeter-Kreislauf, erklärt mir Myriam. Sie übersetzt für uns, stapft mit uns durch die Wiesen und den Matsch. Auf den Autofahrten erzählt sie uns viel über italienische Traditionen und die Kultur. Die Tiere hier bekommen Stroh von den eigenen Feldern und Kastanien, Eicheln und übrig gebliebenen Salat (der z. B. zu klein für den Verkauf ist) zu fressen. Es wird nichts dem Futter zugesetzt. Neben dem Futterplatz der Tiere kann man einen kleinen Pfad hinuntergehen. Dort gibt es Plätze zum Picknicken mit Blick in den Wald. Diese im Sommer schattigen Plätze werden ebenfalls in Stand gehalten. Jeder Platz hat eine eigene Grillstation mit Wasseranschluss. Das Fleisch kann man vom Hof kaufen. Die Menschen aus der Stadt nutzen diese Orte gern als Ausflugsziel.

  • Kleine Schweinchen

Reisetagebuch Tag 4

Der Duft des Fenchels und die Bio-Begeisterung der Demeter-LandwirteHeute dachte ich – wenn es möglich wäre, würde ich am liebsten hier bleiben und arbeiten. Nach der Schule, als ich 18 Jahre alt war, hatte ich eine Ausbildung zur Gemüsegärtnerin angefangen. Es war einfach wunderbar in der Bioland-Gärtnerei früh morgens auf dem Feld zu stehen und zu ernten. Die ersten Sonnenstrahlen zu genießen in einer absoluten Ruhe, draußen in der Natur.

Heute, bei unserem Besuch in der Salat-Gärtnerei von Amico Bio, konnte ich dieses Gefühl wieder aufleben lassen: Ich durfte mit zwei sehr freundlichen Arbeiterinnen Asia-Salat ernten. Frisch vom Ackerboden im Folientunnel. Einfach wunderbar. Diese Arbeit ist so toll, da man so mit der Natur verbunden ist, und das an die Kunden tatsächlich ein bisschen weitergeben kann. Was für eine Frische!

In der Halle konnte ich auch noch einmal sehen, wie der Fenchel fertig für den Versand gemacht wird – also wie er geputzt und abgepackt wird. An diesen herrlichen Duft in der Halle werde ich mich noch lange erinnern. Heute war der letzte Besichtigungstag. Morgen haben wir einen freien Tag und werden einen kleinen Ausflug nach Neapel wagen.

Die Zeit hier war wirklich sehr schön. Ich habe viel erlebt und durfte so viel sehen. Enrico war sehr gastfreundlich mit seiner Familie und allen auf dem Hof. Selten habe ich so eine Begeisterung für Bio-Produkte erlebt, wie hier auf dem Demeter-Hof. Es zeigt mir mal wieder, wie wichtig es ist, so etwas zu unterstützen und zu fördern. Ich werde diese Begeisterung mit vielen Menschen teilen und mit nach Deutschland nehmen.

Gewinnspiel, Bio-Lebensmittel und Bio-Bauern

7 Kommentare

  • Sehr fein!

    Markus Hühn - 06.01.2019 um 21:23 Uhr Antworten

  • Hallo Isabel (und tegut ...),
    bei allem Respekt für Dein Engagement in Sachen Biolandwirtschaft und Deinen Reisebericht zwei kritische Anmerkungen:
    Ein normales Passagierflugzeug kann eine Flughöhe von 38,5 km nicht erreichen, das ist physikalisch unmöglich. Vermutlich hast Du die Anzeige der Flugdaten falsch interpretiert, die Flughöhe wird nämlich international in feet (= 0,3048 m) angegeben. Das wären dann ca. 11,7 km gewesen.
    Außerdem bin ich bei landwirtschaftlichen Produkten aus der Region Kampanien und insbesondere aus der Umgebung von Neapel recht skeptisch. Zahlreiche Berichte und Dokumentationen weisen darauf hin, dass die regionale Mafia-Organisation Camorra die dortige Müll-"Entsorgung" betreibt und illegal auch hochgiftigen Müll an vielen Orten einfach in die Landschhaft gekippt oder nur oberflächlich vergraben hat - mit entsprechenden katastrophalen Folgen für Bodenbeschaffenheit und Grundwasser.
    Habt Ihr Eure Gastgeber darauf angesprochen?

    Reinhardt Diehl - 06.01.2019 um 16:22 Uhr Antworten

    • tegut... tegut...

      Guten Tag Herr Diehl, danke, dass Sie uns auf den Fehler bei der Angabe der Flughöhe aufmerksam gemacht haben. Sie schreiben auch, dass Sie landwirtschaftlichen Produkten aus der Region Kampanien kritisch gegenüber stehen. Wir können Ihnen versichern, dass uns der Demeter-Hof Amico persönlich bekannt ist und unser Einkauf sowie das Qualitätsmanagement intensive Kontakte und Kontrollen pflegt.
      Wir von tegut… distanzieren uns von Menschen-, Umwelt- und Arbeitsrechtsverletzungen jeglicher Art. Wir als Lebensmitteleinzelhändler tragen, insbesondere mit unseren Bio-Eigenmarken, nicht nur ökologische, sondern auch soziale Verantwortung. Bei unseren Eigenmarken kennen wir unsere Handelspartner und einen Großteil der Produzenten auch persönlich. Eine persönliche Beziehung hilft Betriebe besser einzuschätzen. Uns liegen keine Hinweise vor, dass dieser tegut… Lieferant in irgendeiner Form von mafiösen Strukturen betroffen ist.
      Wir gehen auch davon aus, dass sich Anti-Mafia-Netzwerke weiter in Italien ausweiten werden, so dass es in absehbarer Zeit konkretere Möglichkeiten zum Eingrenzen des organisierten Verbrechens auch in der Landwirtschaft gibt.
      Für weitere Anmerkungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung und wünschen Ihnen einen angenehmen Freitag.
      Ihre tegut… Unternehmenskommunikation.

      tegut... Unternehmenskommunikation - 11.01.2019 um 12:52 Uhr

  • Danke, Isabel, für den schönen Bericht.
    Es grüßt aus wiz-Gertenbach, Lucy

    Lucy Lady - 06.01.2019 um 13:24 Uhr Antworten

  • Hallo Isabel Blum
    und TEGUT,
    ich bin Genussbotschafter der Genußregion Oberfranken, habe dazu eine Ausbildung absolviert mit einem Abschlusszertifikat der IHK Oberfranken.
    Mich würde interessieren wie werde ich Biobotschafter.

    Roland Köstler - 03.01.2019 um 11:35 Uhr Antworten

    • tegut... tegut...

      Guten Tag Herr Köstler,
      wir haben im Rahmen eines Gewinnspiels diese attraktive Reise zum Demeter-Bauernhof Amico Bio in Süditalien im Herbst 2018 verlost. Der bzw. die Gewinner/in, der tegut… Bio-Botschafter, konnte dort zusammen mit der Reisebegleitung hautnah den Anbau von saisonalem Wintergemüse wie Salat, Fenchel oder Wirsing in bester Demeter-Verbandsqualität erleben. Die Teilnahme war hier auf tegut.com möglich. Mit der Botschafter-Reise zu unserem langjährigen Partner Amico Bio wollen wir unsere Leidenschaft für gute Lebensmittel mit dem Gewinner und allen Interessierten teilen. Diese Reise war für uns eine erste Erfahrung und wir werden prüfen, ob wir diese oder eine ähnliche Aktion auch in diesem Jahr wieder anbieten können.
      Gute Grüße für eine angenehmes 2019 aus der tegut… Unternehmenskommunikation.

      tegut... Unternehmenskommunikation - 07.01.2019 um 11:00 Uhr

  • Hallo Isabel Blum
    und TEGUT.
    Da hat das Glück genau die richtige erwischt.Bio-Botschafterin ,Studieren als Pädagogik und Sozialarbeit.Und die Krönung ist der Wohnort : Kirschen- Stadt Witzenhausen und in reichweite Eschwege mit dem schönen Open -Flair Festival.
    Herzlichen Glückwunsch.
    Burghasungen hatte mal einen schönen Naturteich auf dem Berg.
    Freundliche und Herzliche Grüße aus Burghasungen wünscht
    Dieter Holzhauer 34289 Zierenberg - burghasungen
    PS ;:Die Bäume lasse ich Stehen.

    Dieter Holzhauer - 02.01.2019 um 22:40 Uhr Antworten

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