Veganer Milchersatz – leckere Alternativen.

Sie machen der Milch Konkurrenz: Nussdrinks & Co.

Ob Hafer, Dinkel, Lupine – zurzeit drängen immer neue, interessante Pflanzendrinks auf den Markt. Jeder schmeckt anders und hat besondere Eigenschaften.

veganer Milchersatz Milchflasche neben Schüssel mit Mandeln

Wer neugierig auf die aromatischen Alternativen ist, muss nicht alle sofort durchprobieren: Hier können Sie die wichtigsten Sorten kennenlernen, erfahren, wie sie schmecken, was drin steckt und wofür sie sich am besten eignen.

Gründe für veganen Milchersatz

Tierschutz und Tierhaltung sind für viele Menschen die wichtigsten Beweggründe, um ganz oder teilweise auf Milch-Alternativen umzusteigen. Auch wer etwas für Umwelt und Klimaschutz tun will, kann das durch einen Wechsel zu pflanzlicher Milch unterstützen. Dabei wird nur etwa halb so viel Wasser verbraucht, der Energieeinsatz ist deutlich geringer und es fällt kein klimaschädliches Methan an wie bei der Tierzucht.

Warum dürfen die Produkte nicht "Milch" heißen?

Laut EU-Verordnung dürfen pflanzliche Produkte nicht unter den Bezeichnungen Milch, Rahm, Butter, Käse, Molke, Buttermilch, Joghurt vermarktet werden. Ausnahmen sind Produkte, die schon lange auf dem Markt sind wie Kokosmilch, Kokosbutter, Erdnussbutter.

Vegane Ernährung ist Trend

Pflanzenbetont essen und trinken liegt im Trend. Laut einer aktuellen Studie der Heinrich-Böll-Stiftung (2021)hinterfragen knapp 40 % der jungen Erwachsenen ihren Fleischkonsum, überwiegend aus ethischen Gründen. Mehr als 12 % ernähren sich vegetarisch oder vegan mit steigender Tendenz. Lesen Sie hierzu unseren Beitrag Vegane Ernährung.

Gesundheit und Unverträglichkeiten

Wer von Laktoseintoleranz oder Milcheiweißallergie betroffen ist, profitiert davon, dass die rein pflanzlichen Produkte natürlicherweise frei von Laktose und frei von tierischem Eiweiß sind. Mehr zu pflanzlichen Eiweißalternativen finden Sie hier.

Bestehen gesundheitliche Einschränkungen, muss man gezielt auswählen. Reisdrink, Soja- und Nussdrinks sind glutenfrei, Getreidedrinks aus Hafer und Dinkel sind es nicht. Bei einer Nuss- oder Sojaallergie sind auch die entsprechenden Pflanzendrinks und Mischungen tabu.

Davon können alle profitieren: Insgesamt variieren die Nährwerte stark je nach Hauptzutat – hier lohnt immer der Blick auf die Nährwertangaben. Viele enthalten aber weniger Fett und mehr wertvolle ungesättigte Fettsäuren im Vergleich zu Kuhmilch. Soja und Lupine sind zudem eiweißreich. Generell sind alle Pflanzendrinks vegan, cholesterinfrei und können im Gegensatz zu Kuhmilch lösliche Ballaststoffe enthalten. Im Fall von Hafer sind das Beta-Glucane, die nach dem Essen den Anstieg von Blutzucker- und Insulinspiegel verlangsamen. Beim Calcium kann veganer Milchersatz leider nicht punkten. Da Calcium aber eine wichtige Quelle für gesunde Knochen und Zähne ist, sollten Veganer:innen bei Bedarf zu Produkten mit zugesetztem Calcium greifen. Angereicherte Pflanzendrinks können außerdem zur Versorgung mit essenziellen Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, B2 und B12 beitragen.

Vielfältige Auswahl an leckeren pflanzlichen Alternativen

Von Mandel- bis Kokosdrink – bei uns finden Sie eine große Auswahl an Alternativen für Milch, Joghurt oder Sahne auf Basis von Soja, Getreide und Nüssen auch in Bio-Qualität. Vielleicht haben einige sogar das Potential, zu Ihrem Lieblingsdrink zu werden.

Einen Überblick über unser komplettes Vegan-Sortiment gibt Ihnen unsere Vegane-Liste.

Leckere Milch Alternativen:

Mandeldrink - sanft und gut bekömmlich

Ist wegen des dezenten leicht süßen, nussigen Mandelgeschmacks beliebt und vielseitig. Mandeldrinks sind natürlicherweise glutenfrei und laktosefrei, gut bekömmlich, gute Ballaststoff-Quellen, enthalten aber nur wenig Eiweiß. Zudem gibt es Produkte aus gerösteten Mandeln oder mit Vanillegeschmack. Häufiger werden Mischungen mit Soja- oder Haferdrink angeboten. Mandeldrink eignet sich zum pur trinken, für Smoothies, Puddings, Desserts und zum herzhaften Kochen und Backen.

Haferdrink - vollmundig für Einsteiger

Ist im Ranking der Pflanzendrinks bei vielen ganz weit vorn – einerseits wegen seines dezenten runden Geschmacks, andererseits wegen seiner günstigen Ökobilanz, da er aus heimischem Hafer hergestellt werden kann. Mittlerweile gibt es sogar Produkte aus glutenfreiem Hafer. Zudem gibt es Haferdrink im Mix mit anderen Pflanzendrinks und Varianten wie Vanille oder Schoko. Haferdrinks sind natürlicherweise laktose- und cholesterinfrei. Sie enthalten etwas weniger Fett als fettarme Kuhmilch und lösliche Ballaststoffe. Haferdrinks eignen sich super als Milchschaum für Kaffee & Tee, schmecken in Porridges, Müsli-Bowls, Pfannkuchen und mehr. 

Sojadrink - der eiweißreiche Klassiker

Soja ist der Klassiker unter den Pflanzendrinks: glutenfrei und eine hochwertige vegane Proteinquelle. Ungesüßte Sojadrinks ähneln in ihren Hauptnährstoffen der Kuhmilch, haben weniger Kohlenhydrate und weniger Kalorien, ansonsten kann man sie genauso verwenden. Sojadrinks enthalten wie Kuhmilch Lecithin, das für gute Bindung beim Backen sorgt. Diese Milch Alternative gibt es gesüßt und ohne Zucker, in Light-Variante, mit Calciumzusatz, als Vanille- und Schokodrink, im Mix mit Nussdrinks oder als cremige Barista-Version für den Kaffee. 

Reisdrink - mild und allergenarm

Ist geschmacksneutral, glutenfrei, allergenarm und daher auch für Menschen mit Laktoseintoleranz, Milcheiweißallergie, Soja- oder Nussallerie eine wichtige Milchalternative. Reisdrinks sind gehaltvoll, da sie natürlicherweise Zucker enthalten, der bei der Herstellung durch Fermentation aus Stärke freigesetzt „schmeckbar“ wird. Dafür stecken im Reisdrink wenig Fett und kaum Protein – gut gekühlt schmeckt er pur lecker oder zeigt sich vielseitig beim Kochen und Backen. Möchten Sie Reissirup kennenlernen und erfahren, welche Vorteile er bietet? Lesen Sie doch unseren Beitrag zu veganen Zuckeralternativen.

Dinkeldrink - der klimarfreundliche

Ist neben Hafer und Reisdrink ebenfalls ein veganer Milchersatz auf Basis von Getreide und bei Dinkel aus heimischem Anbau ein nachhaltiger Milchersatz. Dinkeldrink enthält lösliche Ballaststoffe, hat eine milde Getreidenote und natürliche Süße durch Fermentation bei der Herstellung. Dinkeldrink ersetzt lecker Frühstücksmilch, in Müslis, Pfannkuchen, eignet sich zum Backen und – leicht erwärmt – als Ersatz für cremigen Milchschaum für Kakao und Kaffee.

Nussdrink

Ob Haselnuss-, Cashew oder Mandeldrink(siehe oben) – Nussdrinks sind geschmacklich super vielseitig und wunderbar cremig. Die kraftvollen Kerne liefern auch in flüssiger Form gute pflanzliche Fette mit wichtigen ungesättigten Fettsäuren, dafür wenig Eiweiß. Gut gekühlt pur genießen oder super auch für Desserts, Bowls und heiße Schokolade. Man kann sie übrigens auch leicht selber machen – wie das geht erfahren Sie in unserem Rezept für Mandeldrink.

Kokosdrink

Hier haben wir es mit einem Kokosextrakt aus gemahlenem Kokosnussfleisch, Wasser und Salz zu tun – und einem charakteristischen Geschmack, der sommerlichen Mixgetränken ebenso gut steht, wie exotischen Currys und Suppen. Kokosdrinks haben einen moderaten Proteingehalt, enthalten wenig Zucker und sind im Vergleich zu Kokosmilch aus der Dose wesentlich fett- und kalorienärmer. Verwechseln Sie Kokosdrink nicht mit Kokoswasser – das ist die klare Flüssigkeit aus dem Inneren der Kokosnuss.

Noch mehr Vielfalt

Neue Shootingstars im Reich der Pflanzendrinks sind Lupinendrinks und Erbsendrinks. Beide haben eine cremige Konsistenz, enthalten hochwertiges, pflanzliches Eiweiß, sind glutenfrei und werden aus Hülsenfrüchten hergestellt, die auch in Deutschland angebaut werden können. Da Hülsenfrüchte Luftstickstoff binden, tragen sie sogar zur Bodenverbesserung bei.

Auch die Samen der Hanfpflanze, einem Pseudogetreide, lassen sich zu nussigen Pflanzendrinks verarbeiten: Hanfdrink ist glutenfrei und enthält wertvolle Omega-3-Fettsäuren.

 

Wissenswertes

  • Wie wird pflanzliche Milch Alternative hergestellt?

    Das ist eigentlich ganz einfach: Pflanzendrinks sind wässrige Extrakte. Die Zutaten (Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Nüsse) werden fein zerkleinert, mit Wasser vermischt, gekocht. Getreidedrinks (Reis, Hafer, Dinkel) werden zusätzlich fermentiert, wobei Stärke in Zucker aufgespalten wird, was diesen Drinks einen süßen Geschmack verleiht. Nach dem Filtern werden die wässrigen Flüssigkeiten mit pflanzlichen Ölen (Raps-, Sonnenblumenöl) hell und cremig emulgiert, der Filterrückstand wird Tierfutter. Je nach Produkt können Salz, Zucker und Aromen hinzukommen. Um den Nährstoffgehalt der Kuhmilch anzugleichen, werden einige Produkte mit Calcium, essenziellen Omga-3-Fettsäuren, Vitamin B12, Vitamin B2  und Vitamin D2 angereichert.

  • Wie viel kann ich davon trinken?

    Sehen Sie Milchalternativen als Lebensmittel und nicht als Durstlöscher – dafür sind sie zu energiereich. Bevorzugen Sie ungesüßte Varianten, die mit Calcium angereichert sind. 1-3 Portionen passen perfekt in einen veganen Essalltag. Eine Portion entspricht 100-200 Gramm. Hier finden Sie die vegane Lebensmittelpyramide.

  • Wie lange sind die Ersatzprodukte haltbar?

    Einmal geöffnet, sollten Sie die Drinks im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 5–7 Tagen verbrauchen, selbstgemachte Hafer- oder Nussdrink in 3–4 Tagen. Vor dem Öffnen gut schütteln. 

  • Dürfen auch Bio-Pflanzendrinks Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt werden?

    Die EU-Öko-Verordnung erlaubt nicht, dass isolierte Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt werden. Aber es dürfen Zutaten verwendet werden, die reich an Vitaminen oder Mineralstoffen sind.

    Für Bio-Pflanzendrinks wurde die Alge Lithothamnium calcareum verwendet. Seit einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) 2021, wurde dies mit der Begründung verboten, dass die Alge keine Bio-Zutat landwirtschaftlichen Ursprungs sei. Eine Neubewertung ist abzuwarten.

DIY Milchersatz

Wer genau wissen will, was in seinem Getränk drin ist, macht es einfach selbst. So kann können Sie auch selbst bestimmen, ob und wie viel Zucker in der Milchalternative enthalten ist - und Sie können sicher gehen, dass es wirklich vegan ist. Mehr zu veganen Zuckeralternativen finden Sie hier.

Pflanzliche Drinks selbst herstellen? Wir zeigen Ihnen zwei einfache Rezepte:

Mandeldrink selber machen

Zutaten:

  • 200 g Mandeln
  • 500 ml + 1 l Wasser
  • Salz

Außerdem: 1 Standmixer/Blender, Passiertuch

Zubereitung:

  1. Mandeln knapp mit 500 ml Wasser bedeckt, über Nacht einweichen
  2. Wasser abgießen, Mandeln mit 1 l Wasser und 1 Prise Salz in den Standmixer/Blender geben, fein zerkleinern.
  3. Mandeldrink durch ein mit einem Passiertuch ausgelegtes Sieb gießen, Flüssigkeit auffangen, Tuch zusammendrehen und Rest der Flüssigkeit herauspressen. In eine ausgekochte Flasche füllen – hält sich im Kühlschrank 3–4 Tage.

Tipps:

  • Nach dieser Methode können Sie auch Cashewdrink (günstigen Cashew-Nussbruch verwenden) oder Haselnussdrink zubereiten.
  • Möchten Sie öfters DIY pflanzliche Milch Alternativen herstellen, lohnt es sich, einen Nussmilchbeutel anzuschaffen. Dieser eignet sich auch zum Filtern von Haferdrinks.

Haferdrink selber machen

Zutaten:

  • 100 g Haferflocken
  • 1 l Wasser
  • Salz

Außerdem: 1 Standmixer/Blender, Passiertuch

Zubereitung:

  1. Haferflocken ca. 1 Std. in Wasser mit 1 Prise Salz einweichen.
  2. Alles im Standmixer/Blender pürieren und durchfiltern (siehe Mandeldrink). Hält sich gekühlt 3–4 Tage.

Tipps:

  • Haferdrink mit Vanille, Zimt oder etwas Agavendicksaft verfeinern.
  • Pressrückstand nicht wegwerfen, sondern zum Beispiel für Bratlinge, Aufläufe oder Crumbles verwenden.

Zusammenfassung

  • Pflanzliche Drinks haben im Verhältnis eine bessere Ökobilanz, sind vielseitig verwendbar. Hinweise zu den Nährwerten finden Sie auf der Verpackung.
  • Soja und Lupine sind eiweißreich, Getreidedrinks, vor allem Hafer, enthalten reichlich lösliche Ballaststoffe, Nussdrinks wertvolle ungesättigte Fettsäuren.
  • Als Ersatz für Milch und Milchprodukte bevorzugen Sie ungesüßte Varianten, die mit Calcium angereichert sind.

Lassen Sie sich inspirieren, wie köstlich sich vegane Milchersatz-Produkte beim Kochen und Backen machen und stöbern Sie ruhig ein bisschen in unserer veganen Rezept-Galerie.

FAQ

Welcher Milchersatz schmeckt wie Milch?

Kein Pflanzendrink schmeckt genauso wie Kuhmilch. Am besten tasten Sie sich langsam heran, bis Sie die richtigen Drinks für Ihren persönlichen Bedarf und Ihren Geschmack gefunden haben. Sojadrinks kommen der Kuhmilch in Proteingehalt und -qualität nah, Hafer- und Dinkeldrink haben ihre Süße und Cremigkeit.

Welche vegane Milch Alternative ist geschmacksneutral?

Reisdrin ist relativ geschmacksneutral und lässt sich daher vielseitig zum Kochen, Backen von süßen und herzhaften Gerichten verwenden.

Welcher Milchersatz schmeckt am besten in Kaffee?

Viele schwören auf Haferdrinks, weil sie einen dezenten, harmonisierenden Geschmack haben. Auch Soja- und Nussdrinks schmecken im Kaffee, treten geschmacklich aber mehr in den Vordergrund. Echte Milchschaumfans sollten zu speziellen Barista-Pflanzendrinks greifen.