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Bio-Trauben von Landwirt Armin Braun

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Bio-Trauben vom Krackenberg – dem größten Anbaugebiet Bayerns für Tafeltrauben

ArminBauer Weinstoecke

Hoch über dem Maintal hat sich der Landwirt Armin Braun sein Arkadien gebaut, jenen Sehnsuchtsort aus der Mythologie. Idyllische Natur, individuelle Freiheit, Verheißung goldener Zeiten. Zugegeben, übertrieben ist das schon ein bisschen, es ist nur der Krackenberg nahe dem fränkischen Dorf Garstadt. Doch hier, wo es rundum vor allem nach Schweinemast roch, herrscht nun Arkadia, eine Tafeltraube, gelbgrün, frisch, dick und knackig. Die Sorten Fanny und Muscat bleu leisten ihr Gesellschaft. Und die Blaue Venus sorgt für süße Sinnlichkeit. Auf vier Hektar Grund hat Braun, 46, Außergewöhnliches geschaffen: das größte Anbaugebiet für Tafeltrauben in Bayern, eines von noch nicht mal einem Dutzend in ganz Deutschland.

Frisch, Regional, Bio

Ein kleiner Teil der Ernte wird Armin Braun und seiner Frau Silvia von September bis Mitte Oktober im Hofladen aus der Hand gerissen: „Wir sind dauernd ausverkauft.“ Rund 40 Tonnen aber liefert Braun ausschließlich für tegut... Märkte, die preiswertere Konkurrenz aus südlichen Ländern fürchtet er nicht. „Deren Ware ist tagelang auf dem Lkw unterwegs. Wir aber haben ein frisches, regionales, zertifiziertes Bio-Produkt.“ Wenn tegut... frühmorgens anruft, schickt Braun seine Pflücker los, und abends ist alles im Lager in Fulda. „Meistens fahre ich die Tagesernte persönlich dorthin“, sagt Braun. Wenn der Landwirt, Ring im Ohr, mit seinem betagten VW-Bulli durch die Felder rattert, erinnert er an einen coolen Surfer auf dem Weg an einen kalifornischen Strand. Weshalb auf seinem Hof tatsächlich Boards lagern, davon wird noch die Rede sein.

Brauns Anbaustrategie

Als Braun vor über zehn Jahren anfing mit den Tafeltrauben, erwies er sich, wie schon oft in seinem Leben, als Exot und Querdenker. „Tafeltrauben im kühlen Deutschland – das machte kaum jemand. Das ist sehr arbeits-, zeit- und kostenintensiv.“ Teure Experimente mit neun, zehn Traubensorten folgten, Enttäuschungen („Beim ersten Mal hingen nur drei Trauben an jedem Stock“), Frustration. Braun gab nicht auf, ließ sich von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim beraten. Nun schützt er mit Planendächern seine Trauben vor zu großer Feuchtigkeit, die Pilzkrankheiten und Fäule begünstigen würde. Mit feinstmaschigen Netzen hält er Wespen fern. Und die Kirschessigfliege: Der Schädling raspelt mit seinen Zähnchen erst die zarte Traubenhaut auf und legt dann seine Eier dort ab. Mit verheerender Wirkung: Das kleine Insekt, nur zwei bis drei Millimeter lang, hat 2014 Brauns Ernte vernichtet. Gedüngt werden die Stöcke organisch, geschützt ohne Einsatz systemischer chemischer Mittel. Und anders als die Winzer rundum kann Braun bei der Lese keine Rüttelmaschinen einsetzen – Arkadia, Fanny, Muscat und Venus sind sensibel, müssen von Hand gepflückt werden. Braun: „Am Ende haben wir ein gutes Bio-Produkt, das man genießen kann, ohne es zu waschen – dafür sind viele Kunden auch bereit, mehr zu bezahlen.“

Tradition: Familienhof

Seit 25 Jahren bewirtschaftet Braun den Hof, den schon sein Ururgroßvater besaß. Es ist die bekannte Geschichte vom Bauernsohn, der schon mit zehn Jahren weiß, dass er einmal den Traditionsbetrieb übernimmt, Schweinezucht und Schweinemast, Weizen und Mais, Rüben und Raps. Bei Braun, dem Querdenker, lief es jedenfalls so. Und dann doch ganz anders: Er liebt das Undenkbare. Als die Preise für Schweinefleisch sanken, mussten die Muttersauen den Hof verlassen; bis zu 700 Schweine mästet er zwar immer noch, außerhalb des Hofgeländes, „aber nur, wenn die Preise stimmen“. Bei der Suche nach Kompensation und Diversifizierung stieß Braun auf Spargel. Ausgerechnet.

Spargel, Erdbeeren – Trauben

Spargel braucht sandige, luftige Böden, damit die Wälle leichter aufgehäufelt und die Stangen besser gestochen werden können. Hier aber, auf Brauns 14 Hektar eigenem und 36 Hektar gepachtetem Land, liegt lehmiger, fester Löß. Spargel im Löß – undenkbar? Braun, der „auf wenig Fläche hohe Wertschöpfung erzielen“ muss, fand eine spezielle Bodenbearbeitung für seinen Spargel: Tiefenlockerung bei Frost, die Erde krümelig machen, Wälle ziehen, mit Folie abdecken – und wachsen lassen. Erdbeerpflanzen kamen dazu, so ist inzwischen der Standard. Aber Ende Juni, wenn alles gestochen und gepflückt  war, herrschte Stillstand auf dem Hof. Brauns rumänische Saisonarbeiter hatten nichts zu tun. „Ich suchte etwas für eine Ernte im Herbst.“ Tafeltrauben. Undenkbar? Bis zum Jahr 2000 durften sie nur auf Flächen gezogen werden, die für den Weinbau qualifiziert waren. Die Richtlinien wurden geändert. Braun: „Das war ja auch ein Schmarrn. Das ist doch Obstbau.“Nun bietet Armin Braun, der Schweinemäster, Getreide- und Rübenbauer, eine Palette regionaler Produkte. Doch Vielfalt erfordert auch viel Arbeit.

Wasserski am Hof

Den Ausgleich findet er nicht etwa auf den Kanaren oder noch ferneren Inseln, sondern vor der Tür. Das Leben ist dort ein ruhiger Fluss: der Main, ein Paradies für Stand-up-Paddler, denen Silvia Braun die Boards vermietet. Dort, wo früher die Muttersauen standen, liegt jetzt ein Motorboot, und damit macht Armin Braun etwas, was er schon in der Kindheit durfte, als Belohnung für Hilfe beim Heuen oder Rübenhacken: Wasserski fahren.Wenn er davon schwärmt, kann er gar nicht mehr aufhören: „Nach der Arbeit aufs Wasser – es gibt nichts Schöneres. Der Main ist hier sauber. Das ist wie Neuschnee beim Skifahren. Und 100 Meter weiter ist ein Biergarten, dann kehren wir dort noch ein, das ist wie Urlaub.“ Halt doch recht arkadisch dort in Garstadt.

von Online-Redaktion

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