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Bio-Tomaten, die nach Tomaten schmecken

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Die Höflers im fränkischen Almoshof - ein Demeter-zertifizierter Betrieb

Lisa Höfler bei der Rispentomaten Ernte

Sommerzeit ist Erntezeit 

Ein knalliges Rot muss es sein, kräftig und satt, die Blassroten und die Grünen lässt Lisa Höfler hängen. Behutsam schneidet sie Rispen mit reifen Tomaten vom Strauch, legt sie in eine flache Kiste, schiebt den schmalen Wagen mit Kisten ein Stück weiter, einen langen Gang zwischen zwei Reihen hoher Tomatensträucher hinauf. Aus Lautsprechern dudeln aktuelle Popsongs, Höfler streicht sich mit dem Handrücken Schweis von der Stirn. Im Gewächshaus wird es immer schwüler, sie ist seit Stunden auf den Beinen, am frühen Morgen um halb sechs ging es mit Gurkenpflücken los. Die Höflers stecken in der Hochphase der Tomaten und Gurkenernte, in den Sommermonaten dreht sich in ihrem Gärtnerbetrieb, im kleinen Almoshof bei Nürnberg, alles um das rote Nachtschattengewächs und das grüne Kürbisgewächs-Gemüse.

Pflege der Tomaten und Gurken 

Juniorchefin Lisa Höfler, 25 Jahre, zierlich, blonder Pferdeschwanz, packt überall mit an. Die Ernte selbst sei noch das Einfachste, sagt sie. „Tomaten machen viel Arbeit. Die Nebentriebe ausschneiden, die Blüten kürzen, einmal pro Woche die jungen Triebe auf die Schnur wickeln, einmal pro Woche unten drei Blätter wegschneiden, damit oben drei neue nachwachsen können.“ Auch Schlangengurken seien anspruchsvoll, erklärt Höfler. Das schon beim Setzen der Pflanzen im Frühjahr und im Frühsommer: „Gurken brauchen viel Wasser, damit ihre Wurzeln sich ausbreiten können.“ Dann steht das Pflegeprogramm an: „Zweimal pro Woche wickeln wir die Pflanze weiter auf, einmal pro Woche brechen wir Triebe aus“, erklart Höfler. „So wird eine Gurke ausgetrocknet, die nächste wächst weiter und bekommt garantiert genug Nährstoffe.“ Nach gut vier Wochen sind die Schlangengurken reif, von Daumendicke auf Erntegewicht brauchen sie nur drei Tage. Zwischen 300 und 400 Gramm soll eine Schlangengurke für den Verkauf wiegen.

Auf 25.000 Quadratmetern wächst saisonales Gemüse

Auf 15.000 Quadratmetern wachsen in den Gewächshäusern der Höflers Strauch-, Ochsenherz-, Cocktail- und Romatomaten, auf 10.000 Quadratmetern reifen Schlangen-, Land- und Minigurken. Wenn auf den zwölf Hektar Freilandfläche Möhren, Kartoffeln und Pflücksalate wachsen, stehen in den Gewächshäusern Radieschen, Feld- und Blattsalate. Denn auch unter Glas halten Höflers sich an den Wechsel der Jahreszeiten: Ist die Tomaten- und Gurkensaison vorbei, kommt Wintergemüse in die Boden. „Was wir ernten, ist ausgereift, und was wir anbauen, entspricht der Saison“, sagt Höfler. „Unsere Ware hat daher vollen und natürlichen Geschmack.“

Chemie ist tabu

Die Jahreszeitenproduktion ist nur eines der Prinzipien im Öko-Landbau, den die Höflers betreiben. Anders als im konventionellen Gewächshausanbau wachsen die Pflanzen nicht in Säcken mit Gesteinsmehl, sondern im Erdboden. Chemischer Pflanzenschutz und chemischer Dünger sind tabu, Schädlinge bekämpfen Höflers mit einer Vielzahl von Nutzlingen. In Pappkarten wohnen Schlupfwespen, die sich von Blattlausen ernähren; auf den Blättern der Gurkenpflanzen liegen Sägespäne, in denen Raubmilben leben – die natürlichen Feinde der gefräsigen Spinnmilbe. Für das Befruchten der Tomatenpflanzen setzen Höflers seit Jahren Hummeln ein. Wirtschaftlich ein klarer Vorteil, sagt Lisa Höfler. „Bei Nachtschattengewächsen wie der Tomate sitzen die Pollenkörner in porösen Kapseln und müssen durch diese Poren fest herausgeschüttelt werden. Sind die Hummeln im Einsatz, liefern Tomaten ein Viertel mehr Ertrag als von Hand bestäubte Pflanzen.“ Als Mitglied des Demeter-Verbands arbeiten Höflers nach den strengsten Richtlinien der Bio-Branche. „Vieles, was wir im Anbau und bei der Ernte machen, entspricht alten, traditionellen Methoden der Landwirtschaft“, sagt die Juniorchefin. „Gleichzeitig setzen wir auf modernste Technik.“ Der Anbau unter extra beschichtetem Glas etwa garantiere eine optimale Klimakontrolle: Riesige, jalousienähnliche Energieschirme in den Gewächshäusern halten tagsüber zu viel Sonne ab, nachts speichern sie Wärme. „Die konstanten Temperaturen beugen Schädlingen und Krankheiten wie Mehltau vor“, erklärt Höfler. „Da wir keine Spritzmittel einsetzen, müssen wir mit gezielter Klimaführung vorbeugen.“

Zwei Chefs aus einer Familie …

Die Naturnähe sehen Höflers als Grundsatzhaltung. Seit 2005 wirtschaftet die Gärtnerei im „Knoblauchsland“, Frankens Gemüseanbauregion, nach biologisch-dynamischen Richtlinien. Vier Höflers, ein fester Mitarbeiter und bis zu 20 Saisonmitarbeiter bewirtschaften den Betrieb. Gegründet wurde der Hof 1880, Lisa ist die fünfte Generation. Büro- und Feldarbeit, Lkw fahren, an Maschinen schweisen – die junge Chefin kann und erledigt alles. 2014 hat sie ihren Meister in Gartenbau gemacht, seitdem teilt sie sich die Führung des Betriebs mit ihrem Vater Peter, ebenfalls Gärtnermeister. Zwei Chefs aus einer Familie im Unternehmen, das sei nicht immer einfach, findet die Tochter. „Wenn ich neue Technik anschaffen will, ist mein Vater erst einmal dagegen.“ Peter Höfler lacht. „Die neue Verpackungsmaschine war aber wirklich eine gute Idee“, sagt er. „Und mit der modernen Musik im Gewächshaus komme ich mittlerweile auch klar.“

von Online-Redaktion

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