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Der Spinat - Ernte und Anbau

Spinacia oleracea - auf Deutsch Gemüsespinat.

Winterspinat

Spinat gehört, wie Rote Bete oder Mangold, zur Familie der Gänsefußgewächse. Ein heimischer Verwandter ist der Dorf-Gänsefuß, auch Guter Heinrich genannt. Spinat ist als Nahrungspflanze aus unseren Gemüsegärten gar nicht mehr wegzudenken und findet die verschiedensten leckeren Verwendungsweisen.

Zubereitung von Spinat

Damit besonders viele Nährstoffe in dem Gemüse enthalten bleiben, sollten bei der Zubereitung sensibel vorgegangen werden, denn oftmals wird er bis zur Unkenntlichkeit verkocht, was ihm fast gänzlich jeden Erfolg nimmt. Die frischen Blätter sollen nur kurz im kochenden Wasser schwimmen – dabei reichen zwei Minuten schon aus – und im Nachhinein im kalten Wasser abgeschreckt werden. Diese Vorgehensweise kommt nicht nur der Gesundheit zugute, man erhält dadurch eine optisch ansprechende Beilage, die sogar eine Restbissfestigkeit mitbringt.

Noch besser ist es, den Spinat erst gar nicht mit Wasser in Berührung kommen zu lassen (außer beim Waschen). Blanchierter Spinat schmeckt am besten und sieht nach der Zubereitung immer noch appetittlich aus. Gesund und schmackhaft ist auch die Verwendung als Salat. Das Blattgemüse lässt sich übrigens auch wunderbar einfrieren, ohne dabei viele Nährstoffe zu verlieren.

Das Anbauen von Spinat

Spinat ist eine ideale Nach- oder Vorkultur, denn er gedeiht am besten, wenn die Tage kürzer und die Nächte länger sind. Für die Ernte im September sät man im August, z. B. nach Frühkartoffeln oder in einer aufgelösten Erbsenreihe. Von Februar bis April ist bei offenem Boden eine Aussaat möglich. Spinat muss im Frühjahr schnell verbraucht werden, denn Spinat ist eine Langtagspflanze, d.h. wenn die Tage deutlich länger werden als die Nächte, steigt die Neigung zum Durchschießen.

Was ist beim Anbau von Spinat zu beachten?

Der Standort von diesen Pflanzen sollte möglichst feucht gehalten werden. Spinat verträgt auch halbschattige Plätze im Garten. Starken Wind mag Spinat nicht sehr gerne. Mittlerer Nährstoffbedarf, so dass er gut dort steht, wo im Vorjahr Mist oder Kompost für Starkzehrer aufgebracht worden ist. Zur Pflege kann eine leichte kalibetonte Düngung zu Beginn des Wachstums (bei Septembersaaten entsprechend im Frühjahr) erhöht den Ertrag. Auf übermäßige Stickstoffdüngung sollte man verzichten, damit der Nitratgehalt der Blätter nicht zu hoch wird. Mit Spinat kann man auch sehr gut Lücken füllen, die anschließend von anderen, größeren und späteren Kulturen komplett in Anspruch genommen werden. So passt Spinat gut zwischen Bohnenstangen, denn er ist abgeerntet, bevor die Bohnen nennenswert zu wachsen beginnen. Dasselbe gilt für Tomaten und Gurken sowie Kohl. Nicht gut verträgt sich Spinat mit Roter Bete, Mangold und Sauerampfer. Spinat kann man sowohl in Reihen mit einem Abstand von etwa 20-25cm aussäen wie auch breitwürfig. Die einzelnen Pflanzen sollten zueinander auf 10 cm verzogen werden. Wenn sie enger stehen, bleiben die Blätter kleiner, und man hat mehr Mühe in der Küche. Außerdem neigt zu eng stehender Spinat auch eher zum Durchschießen.

Spinat- Sorten

Matador ist eine alte bewährte Sorte für den Anbau im Herbst und im Frühjahr sowie für die Überwinterung. Er ist robust, wüchsig und wohlschmeckend. Lässt man die Pflanzen im Frühjahr blühen, kann man leicht selbst Saatgut gewinnen. Gamma ist eine dunkelblättrige Sorte, die ebenfalls wie der Matador spät in Blüte geht. Butterfly bringt dunkle kräftige Blätter hervor (diese Sorte kultivieren wir in Fulda).

Schädlinge und Krankheiten

Die häufigste Krankheit bei Spinat ist falscher Mehltau. Dieser Pilz tritt besonders bei längeranhaltender feuchter Witterung auf und äußert sich in Form von einem dünnen schimmelartigen Rasen auf der Blattunterseite, später vergilben die Blätter. Vorbeugend kann man darauf achten, dass die Pflanzen nicht zu dicht stehen. Überdüngung vor allem mit Stickstoff erhöht die Neigung zur Krankheit. Die Verwendung widerstandsfähiger Züchtungen verringert das Erkrankungsrisiko erheblich. Weiterhin kann Spinat unter der Blattfleckenkrankheit leiden, bei der auf den Blättern bräunliche Tupfen auftreten, die in der Mitte heller sind. Das Gemüse sieht unappetitlich aus, der Verzehr ist aber nicht gesundheitsschädigend.

Ernte, Lagerung und Konservierung

Spinat kann man jederzeit ernten. Sehr zarte junge Blätter schmecken auch als Blattsalat sehr gut. Wenn man sich die Mühe macht, zunächst nur die äußeren Blätter abzuschneiden und das Herz stehen zu lassen, treibt der Spinat evtl. noch einmal aus.
Sobald der Spinat in Blüte geht, kann er nicht mehr verwendet werden, da er nun bitter schmeckt. Frisch gepflückter Spinat wird am besten sofort verwertet. Im Gemüsefach des Kühlschrankes hält er sich zwei, drei Tage. Länger konservieren lässt er sich am besten im Tiefkühlschrank. Dazu sollte man ihn blanchieren, bis er zusammengefallen ist und kein großes Volumen mehr beansprucht. Dann rasch den Topf mit dem Spinat in einem kalten Wasserbad herunterkühlen. Auf diese Weise wird vermieden, dass Bakterien Gelegenheit erhalten, das enthaltene Nitrat in gesundheitsschädliches Nitrit umzubauen. Den abgekühlten Spinat flach in Tüten füllen und einfrieren.

Spinat und die Gesundheit

Spinat galt einige Zeit als besonders gesund wegen des hohen Eisengehaltes. Tatsächlich enthält Spinat reichlich Eisen, aber lange nicht so viel, wie früher angenommen wurde. Die hohen Werte sind vermutlich durch einen Kommafehler zustande gekommen. Als eines der ersten frischen Gemüse, das im Frühjahr geerntet werden kann, kommt dem Spinat dennoch eine wichtige gesundheitliche Bedeutung zu. Er enthält Karotine und viele Mineralstoffe, in nennenswertem Maße darunter Kalzium und Kalium.

von Online-Redaktion