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Kohlrabi-Anbau: alles Wissenswerte

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Auch Oberrübe, Oberkohlrabi, Rübkohl und Stängelrübe genannt

Der Kohlrabi (Brassica oleracea var. Gongylodes)  gehört in die Familie der Kreuzblütler.  Verzehrt wird der verdickte Stängel, eine Sproßknolle. Freilandkohlrabi kann man in Mitteleuropa zwischen Mitte Mai bis Ende Oktober ernten.

Anbau von Kohlrabi
Kohlrabi hat eine verhältnismäßig kurze Vegetationszeit. Der zeitliche Abstand beträgt acht bis zehn Wochen. Kohlrabi kann sowohl als Vor- wie als Nachkultur gezogen werden. Kohlrabi ist recht nährstoff- und wasserbedürftig, stellt aber weniger hohe Ansprüche als andere Kohlarten. Man kann ihn auf neutralem humusreichem Boden anbauen. Direkt ins Freiland kann ab Ende März ausgesät werden. Beim Umsetzen darf man die Jungpflanzen nicht zu tief setzen. Letzter Termin für eine Aussaat für die Herbsternte im Freiland ist Ende Juni. Wer die Kohlrabis unter Vlies stehen lässt, kann auch noch bis Ende Juli säen. Zur Pflege gehören kleine regelmäßige Düngergaben während der Wachstumszeit. Diese Merthode ist effektiver als eine einmalige stärkere Düngung. Eine lagerbare Sorte wie beispielsweise "Superschmelz" benötigt eine längere Wachstumszeit und sollte bis Anfang Juni ausgesät und spätestens im Juli an ihren endgültigen Platz verpflanzt werden. Sie eignen sich als Nachkultur auf dem Frühkartoffelbeet.
Kohlrabis benötigen eine regelmäßige Wasserversorgung, damit sie nicht platzen. Es hilft, im Kohlrabibeet zu mulchen, um die Feuchtigkeit konstant zu halten. In Mischkultur vertragen sich Kohlrabi gut mit Bohnen, Erbsen, Radieschen, Roter Bete oder Salat. Man kann ihn auch einfach auf freie Plätze im Beet setzen, ungünstig ist nur das Zusammentreffen mit anderen Sorten der Kohlfamilie sowie mit Zwiebeln und Lauch. Kohlgemüse und andere Mitglieder der Kreuzblütler-Familie sollten frühestens nach vier Jahren wieder auf demselben Beet angebaut werden.

Schädlinge und Krankheiten
Wie alle Kohlsorten wird auch Kohlrabi gerne von dem Kohlweißling, einem Schmetterling, aufgesucht, der seine Eier an die Unterseite der Blätter legt. Sie können leicht mit den Fingern zerdrückt oder abgestreift werden. Ein Vogelnutznetz verhindert die Eiablage der Schmetterlinge. Sind die Larven erst einmal geschlüpft, vertilgen sie in kürzester Zeit große Blattmassen.
Die Kohlfliege legt ihre Eier an dem Wurzelhals der jungen Pflanzen ab. Die Maden fressen dann an den Wurzeln und können damit die jungen Pflanzen so sehr schädigen, dass sie absterben. Mit Gemüseschutznetzen kann der Befall verhindert werden. Eine weitere Möglichkeit ist es, Kohlkragen aus Pappe oder Kunststoff um die Wurzelhälse zu legen. Die Fliege legt ihre Eier dann auf die Pappen, wo sie vertrocknen. Gesteinsmehl an die Wurzelhälse gestreut wirkt vorbeugend. Befallene Pflanzen ausgraben und vernichten.
Erdflöhe treten bei warmem trockenem Wetter auf und durchlöchern die Blätter der jungen Pflanzen, was ihre Wuchskraft erheblich herabsetzt. Die beste Vorbeugung dagegen ist, den Boden stets feucht zu halten. Auch Mulchen hilft. Häufig hacken und harken!
Kohlhernie – dieser Schleimpilz führt zu einer Verformung der Wurzel und zum Absterben der Pflanze. Befallene Pflanzen vernichten, nicht kompostieren. Auf das im Garten betroffene Beet sollten sieben Jahre lang keine Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler, also Kohl, Rettich, Senfgewächse etc. mehr kommen. Kalkstickstoff beugt vor.
Allgemein zur Krankheitsvorbeugung sollte man immer bei der Ernte die Strünke mit herausziehen und vernichten, nicht kompostieren. Erst nach vier Jahren sollte man Kohlpflanzen wieder auf dasselbe Beet setzen.

Ernte, Lagerung und Konservierung
Die Knollen sollten geerntet werden, sobald sie ihre endgültige Größe (siehe Samentütchen) erreicht haben, denn viele Sorten werden holzig, wenn sie zu lange stehen. Herbstkohlrabi wie Gigant oder Superschmelz können in der Erdmiete oder im kalten Keller monatelang gelagert werden und überstehen auch leichte Fröste auf dem Beet. Kleinere Sorten halten sich eingeschlagen ein paar Wochen, im Kühlschrank einige Tage. Milchsauer eingelegt soll Kohlrabi sehr pikant schmecken. Kohlrabi kann man zwar einfrieren, er verändert dadurch aber seine Konsistenz und wird nach dem Auftauen leicht zäh.

Kohlrabi Culinarisch
Von jungen Kohlrabi können auch die Blätter gegessen werden, die noch mehr wertvolle Inhaltsstoffe aufweisen, als eine Knolle. Sie können z.B. kleingeschnitten in eine gemischte Gemüsesuppe wandern oder zusammen mit Hack und Zwiebeln gebraten werden.
Üblicherweise wird Kohlrabi kleingeschnitten in Salzwasser gegart und dann mit Butter, Kräutern oder Bechamelsoße serviert. Er ist auch ein beliebter Bestandteil von gemischten Gemüsesuppen. Man kann ihn in dünne Scheiben geschnitten und kurz in Wasser vorgegart auch sehr gut in Gemüseaufläufen verwenden, z.B. geschichtet mit Gorgonzola und frischem Salbei und dann überbacken. Als Rohkost zum Knabbern ist Kohlrabi auch bei Kindern beliebt. Geraspelt und mit Schnittlauch, Essig und Öl angemacht ist er ein guter Begleiter zum Wurstbrot oder Rührei.

Kohlrabi und die Gesundheit
Wie die anderen Kohlsorten auch, ist Kohlrabi ein wertvolles Nahrungsmittel. Er enthält viele Ballaststoffe und regt damit die Magen- und Darmtätigkeit an. Er enthält reichlich Vitamin C, an Mineralien sind besonders Magnesium, Selen und Folsäure zu nennen. Die im Kohl enthaltenen Senföl-Glykoside beugen Infektionen und Entzündungen vor. Kohlrabi enthält reichlich Antioxidanzien. Zudem wirkt er entwässernd und regt die Nierentätigkeit an. Regelmäßiger Kohl(rabi)verzehr beugt dem Darmkrebs vor.

von Online-Redaktion

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