Schulen gärtnern im Saisongarten

Nachhaltigkeit lernen- zurück zu unseren Wurzeln

Hände Gärtnern Bohnenkraut

 

Ein Schul-Saisongarten - Wie funktioniert das?

Oft mangelt es an geeigneter Fläche auf dem Schulgelände. tegut... Saisongärten können hierfür eine Lösung sein. Das Saisongartenkonzept bietet Schulen und anderen Bildungsträgern auch einige Vorteile: Die Umsetzbarkeit kann zunächst für eine Saison getestet werden und die Schule geht keine längerfristige Verpflichtung ein. Es müssen keine Investitionen getätigt werden, da Fläche, Geräte und Gießwasser gestellt werden. Die vorbereitenden Arbeiten durch den Landwirt, die Beratung vor Ort oder per Telefon und der aktuelle Saisongarten-Rundbrief bieten auch Schulen ohne speziell für Gartenunterricht qualifizierte Lehrkräfte einen einfachen Einstieg in den Schulgarten-Unterricht. 

Zeitlicher Aufwand

Um die Parzelle in Schuss zu halten und das Gemüse zu ernten, reicht es einmal pro Woche für ein bis zwei Stunden vorbei zu kommen. Für Hin- und Rückweg, pädagogische Arbeit und gemeinsame Verarbeitung der Ernte sollte zusätzliche Zeit eingeplant werden.

Gärtnern in der Nachmittagsbetreuung

Wenn die Anfahrt und das Gärtnern im Rahmen des Lehrplanes zeitlich schwer einzubauen ist, kann eine Gartengruppe im Rahmen der Ganztagsbetreuung eine Alternative sein.

Teilnahme in Projektform

Eine weitere Möglichkeit ist die Teilnahme in Projektform. Hier können in einem oder mehreren Terminen Einblicke genommen und selbst Hand angelegt werden. Gut erprobt ist das Kartoffelprojekt. In vier Terminen wird selbst gelegt, gepflegt, geerntet und verarbeitet. Dabei pflanzt und betreut jedes Kind seine eigene Kartoffelpflanze. Dies schafft einen ganz persönlichen Bezug und ist für die Kinder bzw. Jugendlichen ein einmaliges Erlebnis.

http://www.adolf-von-dalberg-schule.de/aktuelles/unterrichtsprojekte/kartoffel-2015.htmlDie Adolf- von- Dalbergschule Fulda führt bereits seit mehreren Jahren das Kartoffelprojekt in einer ihrer dritten Klassen durch. Sie sind ganz begeistert von der prakrischen Unterrichtsbegleitung.

Warum gärtnern mit Schülern?

Selbst Hand anlegen, die natürlichen Wachstumsprozesse beobachten und stolz die Ernte einbringen. Diese grundlegenden Erfahrungen kann das Stadtleben heranwachsenden Menschen oftmals nicht bieten. Es ist aber gerade das eigene Erleben von Arbeit, Mühe und Zeit, das Beobachten des Zusammenspiels der Naturkräfte und die Freude bei der Ernte, die Wertschätzung und Achtsamkeit gegenüber unserer Nahrung und der Natur mit ihren lebensnotwendigen Ressourcen, entstehen lassen. Dies ist die Grundlage für einen bewussten und nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen.

Gemüse ist spannend und lecker

Wer einmal Radieschen beim Wachsen beobachtet hat, eine leuchtend orange Möhren aus der Erde gezogen oder einen frisch gebrochenen Maiskolben direkt auf dem Acker verspeist hat, der wird kaum noch der Meinung sein, Gemüse sei langweilig und geschmacklos. Selbst zu Gärtnern und Ernten bietet die Möglichkeit eines ganz neuen Zugangs zu Ernährung jenseits von Fast Food und Fertigprodukten. Gibt es in der Schule eine Küche, kann das Gemüse auch gemeinsam verarbeitet werden.

Teamfähigkeit lernen

Die Arbeit im Garten will geplant, gerecht verteilt und koordiniert werden. Hierbei lernen die Schüler sich praktischen Aufgaben gemeinsam zu stellen und sie zu meistern. Die Belohnung ist auch ganz praktischer Art: Sie ernten im wahrsten Sinne des Wortes die Früchte ihrer Arbeit. 

Nachhaltigkeit lernen

Einer unserer Partner ist das Netzwerk BNE Osthessen.
Das Netzwerk Bildungsregion Nachhaltigkeit Osthessen ist ein Projekt im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie Hessen und wird durch das Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert.

Bezug zur Landwirtschaft

Einige Saisongärten liegen auf stadtnahen (Bio-) Höfen. Hier kann über die Arbeit im Garten hinaus, Einblick in die Produktion unserer Lebensmittel genommen werden. 

Weitere Informationen

erhalten sie telefonisch unter: 0171.690 69 87 oder per Email an: saisongarten(at)tegut.com.

 

Erfahrungsbericht der Brüder-Grimm-Schule 2013

"Natürlich wachsen und sich entwickeln"

Schon beim Anlegen des Feldes im April halfen die Schüler der damaligen Klasse 8a fleißig beim Säen und Pflanzen. Unter Anleitung von Lehrerin Frau Horn und tegut... Mitarbeiterin Anna Goldhagen wurden Kartoffeln gesteckt und Lauchpflänzchen vorsichtig in die Erde eingebracht. So waren die Schüler von Anfang an dabei und konnten bald beobachten, wie verschiedenste Gemüsepflanzen natürlich wachsen und sich entwickeln.

Im Interview erzählt Lehrerin Frau Horn von den Erfahrungen im Saisongarten:

Frau Horn, wie ist das Projekt von tegut... und der Brüder-Grimm-Schule entstanden?

Ein tegut… Verantwortlicher kam auf uns zu. Wir waren schnell begeistert von der Idee. Da wir letztes Jahr unseren eigenen Schulgarten aufgeben mussten, kam uns der Saisongarten mit seinen vielen Vorteilen sehr gelegen.

Wie sah die Arbeit im Garten praktisch aus?

Während der Schulzeit haben wir einmal in der Woche drei Schulstunden im Garten verbracht. Durch die Gestaltung des Feldes mit Werkzeugkiste, Bank, Sonnenschirm und Wasserfass sowie die gute Betreuung war alles optimal vorbereitet. 

Was haben die SchülerInnen aus Ihrer Sicht durch die Gartenarbeit gelernt? 

Zum Einen Allgemeinwissen über Saat und Ernte, verschiedene Gemüsesorten und wie man sie zubereiten kann. Zum Anderen waren aber auch Geruchs-, Geschmacks- und haptisches Erlebnis beim Jäten, Ernten und Zubereiten wichtig. Auf einfache Weise wurden die Schüler darüber an das Thema „Gesunde Nahrungsmittel“ herangeführt. Sie hatten eine direkte Vergleichsmöglichkeit von Gemüse aus dem Garten und gekauftem Gemüse – was von ihnen sehr deutlich zum Beispiel bei Bohnen, Möhren, Radieschen und Mais wahrgenommen wurde.

Wie standen die Eltern zu dem Projekt?

Die Eltern haben sich gefreut, wenn die Schüler Gemüse mit nach Hause brachten und dieses zu Hause zubereitet. Sie waren sehr kooperativ, wenn es mal mittags später wurde und einzelne Schüler mit dem Auto geholt werden mussten.

Welche Schwierigkeiten sind aufgetreten?

Die Stadtbusfahrt dauerte lange, das war zum Teil anstrengend für die Schüler und ging von der Gartenzeit ab. Die Parzelle muss einerseits groß genug sein, damit man eine Gruppe beschäftigen kann (die 80 m² waren für 8-10 Jugendliche angemessen), für die Verwertung muss man aber noch andere Abnehmer haben, da man mit 8 – 10 Personen die Ernte von 80 m² nicht verarbeiten kann.

Wie haben Sie das viele Gemüse denn dann verarbeitet?

Wir haben das so gelöst, dass wir “Abokisten” für andere Klassen unserer Schule bestückt haben, die wiederum die Sachen zubereitet und während der Pause verkauft haben. Das war ideal! Außerdem haben wir die Gemüse selbst zubereitet, eine andere Kochgruppe unserer Schule beliefert und den Kindern, wie oben schon erwähnt, Gemüse mit nach Hause gegeben.

Haben Sie Vorschläge an den Saisongarten?

Gerade für Schulklassen wäre mehr Gemüse toll, das roh direkt vom Feld weg gegessen werden kann! Die Jugendlichen haben öfters mal danach gefragt und sich immer gerne über Sonnenblumenkerne, Erbsen, Möhren und Radieschen hergemacht.

Würden Sie das Projekt wiederholen?

Auf jeden Fall!

 
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