Was macht Bio-Lebensmittel besser?

Drei Vorteile von Bio-Lebensmitteln

junge Gerstenpflanzen auf dem Feld

Obst, Gemüse, Fleisch und andere Lebensmittel mit Bio-Siegel kosten aufgrund der aufwendigeren Erzeugung meist mehr Geld. Sind Bio-Lebensmittel aber auch besser, etwa im Sinne von gesünder, ökologischer, fairer? Welchen Mehrwert Bio hat, wird immer wieder kontrovers diskutiert. Wir zeigen Ihnen im Folgenden Vorteile bzw. Argumente für Bio-Lebensmittel.

Argument 1: Bio-Lebensmittel sind gesünder!

Hier besteht zunächst die Frage: Was macht ein Lebensmittel gesünder? Bedeutet gesünder ein Mehr an Nähr- und Wirkstoffen wie Kohlenhydraten, Eiweiß, Fett, Mineral- oder Ballaststoffen? Fakt ist: Bio-Produkte enthalten meist nicht mehr dieser Inhaltsstoffe als konventionelle Lebensmittel, was einfach der Natur entspricht, aber häufig dazu führt, dass sie nicht als gesünder gelten. Fakt ist aber auch, dass Bio-Bauern keine Pestizide, Fungizide, Herbizide und mineralische Kunstdünger verwenden dürfen.

Weniger Zusatzstoffe in Bio-Produkten

Eine Studie der Universität Newcastle aus dem Jahr 2014 bestätigt den gesundheitlichen Mehrwert von Bio-Lebensmitteln in dem Sinne, dass sie deutlich weniger durch bedenkliche Stoffe belastet sind. Dies ist ein gesundheitlicher Zusatznutzen, den konventionell erzeugte Lebensmittel per se nicht gewährleisten.

Strenge Regeln für Bio-Bauern

Verarbeiter von Bio-Lebensmitteln müssen zudem höhere Ansprüche in Bezug auf die Lebensmittelsicherheit erfüllen: Rohwaren wie Ölsaaten, Nüsse und Trockenfrüchte werden sehr streng auf Gehalte an Schwermetallen sowie auf Schimmel- und Schädlingsbefall kontrolliert. Bestimmte Methoden zur Haltbarmachung, etwa das Behandeln von Zitrusfrüchten mit Herbiziden oder das Begasen von Kartoffeln zur Keimhemmung, sind im Bio-Bereich verboten.

Langsames Heranwachsen erzeugt intensiveren Geschmack

Ein weiterer Aspekt zur Frage „Sind Bio-Produkte gesünder?“ ist die Menge an Vitalstoffen, die durch die Art des Bio-Anbaus sogar größer sein kann. So wachsen z. B. Bio-Pflanzen, weil sie nicht mit Stickstoff (ist Bestandteil mineralischer Kunstdünger) gedüngt werden, langsamer heran. Dadurch enthalten sie im Verhältnis zur Masse weniger Wasser und der Anteil an sekundären Pflanzenstoffen (diese Vitalstoffe sind u. a. wichtig für die Gesundheit der menschlichen Zellwände) ist nachweislich zehn bis 50 Prozent höher. Die höhere Dichte an diesen Vitalstoffen kann auch ein Grund dafür sein, dass Bio-Obst und -Gemüse in Tests oft als geschmackvoller bewertet werden.

Argument 2: Bio-Lebensmittel fördern den Umwelt-und Klimaschutz!

Allein schon der Verzicht im ökologischen Landbau auf chemisch-synthetische Spritzmittel (Pestizide) und mineralische Kunstdünger (Stickstoff) trägt dazu bei, dass weniger Giftstoffe in die Kreisläufe der Natur gelangen und sich im Boden und im Grundwasser ablagern. Im ökologischen Landbau wird der Boden traditionell bearbeitet: So führt eine abwechslungsreiche Fruchtfolge dem Boden alle Nährstoffe zu, die er benötigt, um langfristig fruchtbar zu sein. Eine schonende Bearbeitung der Böden macht sie zudem aufnahmefähiger für größere Wassermengen, was Austrocknung, Erosion und Überschwemmungen verhindern hilft. 

Natur regeneriert sich selbst, wenn man sie lässt…

Hierzu trägt auch das aktive Bodenleben bei, dass in derart gepflegten Böden deutlich stärker ausgeprägt ist. Reichlich Regenwürmer sind z. B. ein guter Indikator für einen natürlich gepflegten Boden, der fruchtbar ist und seine wichtige Aufgabe als Wasserspeicher erfüllen kann. Viele Bio-Betriebe engagieren sich darüber hinaus für den Natur- und Artenschutz, indem sie z. B. schützende Hecken um ihre Felder anlegen, die windbedingte Erosion verhindern und Tieren Lebensraum bieten, oder sie pflegen Streuobstwiesen, die im ländlichen Raum wichtiger Teil des natürlichen Lebens- und Erholungsraums sind. In den Bergregionen leisten Bio-Betriebe mit extensiver Weidehaltung überdies einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt des Ökosystems und der Kulturlandschaft: z. B. der Rhön als „das Land der offenen Fernen“.

Argument 3: Bio-Lebensmittel sind fairer als herkömmliche!

Neben dem Umwelt- und Klimaschutz gehören soziale Werte zu den Grundideen, aus denen die Öko-Bewegung entstanden ist. So wollen z. B. Bio-Schokoladen-, -Kaffee- oder -Trockenfrucht- und -Nuss-Verarbeiter ihren Kunden nicht nur besonders schmackhafte und sichere Bio-Lebensmittel bieten. Sie fördern vielfach auch ganz gezielt Projekte für faire Partnerschaften mit ihren Lieferanten in den Ländern, aus denen sie die Rohwaren beziehen. Im Zuge dessen erhalten Bauern und Landarbeiter höhere Entgelte, um sich und ihren Familien bessere Lebensbedingungen zu eröffnen, Arbeitszeiten sind genauer geregelt und der regelmäßige Schulbesuch von Kindern wird durch Stiftungen und Spenden gefördert.

Natürliche Bewirtschaftung macht chemische Mittel überflüssig

Gerade in Regionen, in denen die Menschen immer wieder von Hungersnöten bedroht sind, ist der Bio-Landbau die einzige Möglichkeit, die heimische Bevölkerung auf Dauer zu versorgen. Die ressourcenschonende Bearbeitung der Böden und der Anbau von Nahrungspflanzen, die den Boden- und Klimaverhältnissen vor Ort angepasst sind, machen Chemikalien und Düngemittel überflüssig, schützen die oft ohnehin knappen Trinkwasser-Reserven und wirken so der Verwüstung entgegen. 

Bio-Anbau schafft deutlich mehr Arbeitsplätze

In Afrika und Asien findet Landwirtschaft vielfach in kleinen Familienbetrieben statt, die wenig Flächen und Kapital besitzen. Sie können weder in Technik noch in Spritz- und Düngemittel investieren. Der Anbau traditioneller heimischer Feldfrüchte in Handarbeit und die in der Region jeweils typische Viehwirtschaft sind für sie nach wie vor die einzige Möglichkeit einer bäuerlichen Existenz. Nicht zu vergessen ist, dass der Bio-Landbau zudem Arbeitsplätze schafft. Nach Angaben des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hat ein Bio-Betrieb im Schnitt 30 Prozent mehr Beschäftigte als ein konventioneller.

Gisela Burger
Freie Journalistin und Autorin, Würzburg

4 Kommentare

  • tegut... tegut...

    Hallo Sunny,
    welche Bio-Produkte vermissen Sie bei tegut…? Wir leiten Ihre Anregung an den Einkauf weiter. Denn wir möchten natürlich das Sortiment entsprechend den Kundenwünschen ausbauen.
    Danke für Ihre Unterstützung!
    Gute Grüße

    tegut... Online-Redaktion - 12.01.2015 um 10:43 Uhr

  • Dazu mein Wunsch: Noch mehr Bio bei Tegut, denn auch ich kaufe nur Bio und muss deshalb für das ein oder das andere noch in "richtige" Bioläden fahren, weil es das bei Tegut nicht gibt. Schade.

    Sunny - 11.01.2015 um 23:18 Uhr

  • Danke für die informative Zusammenstellung. Bestärkt mich nur weiter darin, wenn es geht immer zu Bio zu greifen.

    Timo - 11.01.2015 um 11:01 Uhr

  • ich esse und kaufe nur bio

    Lutz - 09.01.2015 um 10:18 Uhr

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