Kühlschrank richtig einräumen
Wie du Lebensmittel im Kühlschrank am besten aufbewahrst.
Wer ein paar Regeln der Kühlschrank-Ordnung kennt und den Kühlschrank richtig einräumt, hält Lebensmittel länger frisch, schmeißt weniger weg und spart nebenbei Stromkosten. Nicht jedes Nahrungsmittel mag die kälteste Klimazone im Kühlschrank und manches Obst und Gemüse verträgt überhaupt keine Kühlung. Was hat es mit den Kältezonen auf sich und wie kannst du sie optimal nutzen? Mit welchen praktischen Tipps und Tricks kannst du spielend leicht Ordnung im Kühlschrank halten? Wir verraten es Dir.
Die Kühlschrank-Aufteilung – wohin welches Lebensmittel?
Lebensmittel ist nicht gleich Lebensmittel. Die einen mögen es kühl, die anderen weniger. Daher haben Kühlschränke verschiedene Kältezonen mit angepassten Celsius-Graden. Nutze die Kältezonen richtig aus! Nach dem Einkauf gilt: Alles, was gekühlt werden muss, sollte schnellstmöglich im Kühlschrank eingeräumt werden.
Der obere Bereich – perfekt für bereits Zubereitetes.
Die wärmste Zone im Kühlschrank mit Temperaturen von etwa 9°C. Essenreste, offene Konserven, Eingemachtes sowie Kuchen, Soßen und Marmelade kannst du hier bedenkenlos aufbewahren – sie weisen ein nur geringes Keimrisiko auf.
Der mittlere Bereich – ideal für Joghurts, Käse, Milchprodukte.
Hier ist es etwas kälter mit Temperaturen um die 5°C – Käse, Quark, Joghurts und Sahne fühlen sich hier am wohlsten und halten in der oberen Mitte des Kühlschranks auch am längsten.
Der untere Bereich – ideal für Wurst, Fisch und Fleisch.
Das kälteste Fach im Kühlschrank ist die Glasablage über dem Gemüsefach. 2°C sind ideal für Wurst, Fisch, Fleisch und leicht verderbliche Produkte, die man nicht einfrieren will. Hier lassen sich auch schonend Lebensmittel auftauen.
Der untere Bereich – Schubladen für Obst, Gemüse & Co.
Die Schubladen direkt unter der Glasplatte mit etwa 9°C – ideal für Salate, Obst und Gemüse. Gern solltest du Karotten und Radieschen immer ohne Grün lagern! Aber nicht alles fühlt sich im Gemüsefach wohl. Einige Südfrüchte wie Bananen oder Mangos sind kälteempfindlich, Tomaten verlieren hier ihr Aroma und Kartoffeln können den Geschmack verändern.
Die Kühlschranktür – Ablage für Butter, Eier, Getränke.
Da Kühlschränke in den Fächern der Tür am wärmsten sind, sollten hier wärmeunempfindliche Lebensmittel eingeräumt werden. Die Temperaturen betragen ungefähr 9°C.
Lagere im obersten Fach Eier sowie Butter. Eier benötigen keine besonders kalten Temperaturen und die Butter bleibt schön streichfähig. Im mittleren Fach der Tür finden Marmeladen, Dosen, Ketchup, Mayonnaise und Senf Platz.
Was nicht in den Kühlschrank sollte!
Brot! Im Kühlschrank trocknet es aus. Eine angenehme Zimmertemperatur und ein Brotkasten, in dem die Luft zirkulieren kann, eigenen sich am besten, um Brot aufzubewahren. Lieber ein kleineres Brot kaufen und innerhalb weniger Tage aufbrauchen. Honig hält sich dicht verschlossen bei Zimmertemperatur sehr lange. Im Kühlschrank kristallisiert er schnell. Besser nicht! Olivenöl hält sich gut an einem kühlen und dunklen Ort. Im Kühlschrank wird es fest und bekommt eine buttrige Konsistenz.
Basilikum ist besonders empfindlich! Im Kühlschrank wird er welk und sein intensiver Geschmack geht verloren. In einem Blumentopf, in einem Glas Wasser bei Zimmertemperatur hält er sich frisch. Werden Tomaten kühl gelagert, verlieren sie ihren Geschmack. In der kalten Luft können die Tomaten nicht reifen. Am besten lagerst du sie trocken und luftig bei 15°C – Ähnliches gilt für Gurken, Auberginen, Paprika und andere Gemüsearten, die viel Wasser enthalten. Auch Äpfel und Avocados solltest du lieber bei Zimmertemperatur lagern.
Kaffee bleibt draußen, denn im Kühlschrank kann er Gerüche anderer Lebensmittel aufnehmen und sein Aroma verlieren. Lagere Kaffee daher an einem kühlen, dunklen Ort.
Kartoffeln, Süßkartoffeln, Sellerie und Kohlrabi am besten im Keller oder in einer Papiertüte an einem kühlen und dunklen Platz lagern. Kalte Temperaturen wandeln die Stärke der Kartoffel in Zucker um. Zwiebeln und Knoblauch wollen wie Kartoffeln gelagert werden, jedoch nicht in deren direkter Nähe.
Exotisches wie Mangos, Papaya oder Ananas sowie Zitrusfrüchte wachsen im Warmen. Daher sollten sie nicht kalt, sondern bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden. Zitronen oder Limetten verlieren sonst ihr Aroma, Bananen werden braun und verlieren an Geschmack.
Übrigens:
- Heiße Speisen immer abkühlen lassen, bevor es in den Kühlschrank geht.
- Schimmelkäse vom restlichen Käse trennen – damit der Kulturschimmel nicht auf die anderen Käsesorten übergreift.
- Pilze sind häufig in Folie verpackt. Diese zu Hause bitte gleich abnehmen und die Pilze im Kühlschrank lagern. Pilze brauchen Luft, sonst verderben sie schneller.
- Wurzelgemüse kommt ohne Blattzeug ins Gemüsefach. Das Grün entzieht Nährstoffe und Wasser.
- Decke Speisereste ab, um zu verhindern, dass sie Feuchtigkeit und Geschmack verlieren oder verschließe sie luftdicht.
- Obst und viele Gemüsesorten halten sich im Gemüsefach am längsten frisch, sollten aber getrennt gelagert werden. Insbesondere Äpfel, Pflaumen, Pfirsiche reifen nach und setzen dabei Ethylen frei, welches anderes Gemüse schneller verderben lässt. Besonders empfindlich sind Gurken, Karotten und Bohnen.
In modernen Kühlschränken mit BioFresh-System oder Null-Grad-Zone kannst du Salate, Obst, Gemüse und Kräuter durch eine hohe Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent und einer Temperatur von etwa null Grad perfekt lagern.
Tipp: Essen vorbereiten für die ganze nächste Woche spart Zeit und Geld! Dieses Vorkochen nennt sich Meal Prepping.
Wie oft sollte man den Kühlschrank reinigen?
Das kommt darauf an, wie viele Menschen den Kühlschrank gleichzeitig nutzen. Mindestens einmal im Monat solltest du ihn aus Hygienegründen reinigen – so die Empfehlung. Eine Großfamilie oder eine WG entsprechend häufiger, ein Single-Haushalt seltener. Achtung: Keime sind nicht mit bloßem Auge sichtbar, daher Hähnchen und Hackfleisch immer gut verschließen. Bei klebrigen Marmeladeresten reicht direktes Wegwischen. Trotz Kühlung können Lebensmittel schimmeln, diese Nahrungsmittel sofort entsorgen.
Wasche den ganzen Kühlschrank mit Seifenwasser aus, Ablagen, Schubladen und Oberflächen. Wische anschließend mit Essigessenz oder Zitronensäure nach. Türdichtungen nicht vergessen – hier tummeln sich gern Bakterien.
Damit das Tiefkühlfach richtig kühlt, sollte es regelmäßig abgetaut werden – mindestens zwei Mal pro Jahr. Ist die Eisschicht mehr als einen Zentimeter dick? Dann ist es Zeit fürs Abtauen.
Häufige Fragen zum Thema Kühlschrank richtig einräumen.
Um den Kühlschrank richtig einzuräumen, orientiere dich am besten an den verschiedenen Kältezonen im Kühlschrank – die sind bei jeder Herstellfirma in etwa gleich. Je weiter oben der Lagerort, desto höher die Temperatur – mit Ausnahme des Gemüsefachs. Vereinfacht gesagt: Gemüse unten aufbewahren, darüber Fleisch und Wurst, Milchprodukte in die Mitte, ganz oben Konfitüren und Essenreste.
Die Antwort lautet: unten. Je weiter oben das Fach, desto höher die Temperatur. Denn kalte Luft hat eine höhere Dichte als warme Luft und sinkt daher nach unten. Der kälteste Bereich im Kühlschrank befindet sich also unmittelbar über der Glasplatte, die das Gemüsefach abgrenzt.
Für den mittleren Bereich des Kühlschranks sollte die Temperatur bei 5°C liegen. Bei Kühlschränken mit Reglern und ohne Thermometer entspricht das meist der niedrigen Stufe 1 oder 2. Faustregel: Wenn die Butter nicht streichfähig ist, ist der Kühlschrank zu kalt.
Räume häufig genutzte Lebensmittel immer nach vorne. So kannst du sie schnell greifen und die Tür des Kühlschranks bleibt nicht länger offen als unbedingt nötig. Der Kühlschrank darf auch nicht zu voll sein – sonst kann die Luft nicht mehr richtig zirkulieren.
Jein! Es hängt vom eigenen Verhalten ab. Wird der Kühlschrank regelmäßig geöffnet, verbraucht er deutlich mehr Strom – warme Luft tritt ein und wird entsprechend der eingestellten Temperatur heruntergekühlt. Je länger die Kühlschranktür offenbleibt, desto mehr warme Luft kann hereinkommen. Die Lebensmittel im Kühlschrank selbst wirken wie Kühl-Akkus, die die Kälte im Inneren halten.