Pastinaken - die aromatischen Weißen

Die Pastinake gehört zu den ältesten Wurzelgemüsen.

 
Botanik und Geschichte

Die Pastinaken (Pastinaca Sativa) gehören zur Familie der Doldenblüter, d.h. zur selben Familie wie Möhren, Fenchel und Dill. Sie sind eine der ganz alten Pflanzen, die uns Menschen schon seit Jahrhunderten als Nahrung dienen. Für die Keimung brauchen sie bis zu drei Wochen. Damit man im Herbst schöne große Rüben ernten kann, sollten sie spätestens Anfang Mai gesät werden, denn sie brauchen 6-7 Monate Zeit zum Wachsen.

Früher waren es so genannte "Arme Leute Essen", heute entdecken Sterneköche
die alten Gemüsesorten neu - zu saftigen Preisen. Auf alle Fälle liegen Wurzelgemüse wieder voll im Trend. In England und den USA sind Pastinaken übrigens eine Delikatesse – dort stehen sie bei Gemüsefreunden regelmäßig auf dem Speiseplan!

Ernte und Lagerung

Erntereif sind die Pastinaken ab September. Eigentlich aber nach dem ersten Frost, erst dann entfaltet sie ihren intensiven, aromatischen, leicht süßlichen Geschmack. Wer sie lieber kleiner mag, kann früher mit der Ernte beginnen, denn Pastinaken können wirklich sehr mächtig werden und lange Wurzeln bilden! Für die Ernte ist daher gerade bei lehmigen Böden ein Distelstecher oft eine gute Hilfe. Für den Winter kann man sie im kühlen trockenen Keller einlagern. Dazu sollten sie möglichst dicht geschichtet und am Besten mit feuchtem Sand abgedeckt werden, da sie leicht austrocknen. Theoretisch kann man sie auch im Boden überwintern lassen. Sie sind frosthart und gewinnen durch Frosteinwirkung an Süße. Praktisch ist dies in den meisten Saisongärten leider nicht möglich. Ohnehin kann es bei dieser Methode aber auch gut sein, dass Wühlmäuse einen guten Teil der Ernte auffuttern. So bleibt Menschen ohne Zugriff auf einen kühlen Keller nur die Möglichkeit, die Pastinakenernte bald zu verbrauchen. Zumindest aber müssen sie wirklich erst beim Abernten des Saisongartens mitgenommen werden, so dass sich bis dahin niemand den Kopf über die Lagerung zerbrechen muss.

Vorsicht bei Sonne

In Verbindung mit intensiver Sonneneinstrahlung kann der Pflanzensaft bei einigen Menschen Hautreizungen verursachen. Teilweise reicht hierfür schon die Berührung der Blätter. Deswegen sollte man in den Pastinaken nur bei bedeckter Witterung oder mit langärmeliger Kleidung arbeiten.

Delikate Verwendung in der Küche

Die Pastinaken enthalten Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Eisen. Sie enthalten außerdem mehr Vitamin C als Möhren sowie Folsäure und Vitamin A. Die Ätherischen Öle wirken verdauungsfördernd. Die Wurzel enthält besonders viel Kohlenhydrate und macht daher lange satt. Ein hoher Eiweißgehalt sorgt für starke Muskeln und das enthaltene Kalzium sorgt für gesunde Knochen und Zähne. Sie ist  sehr verträglich und eignet sich daher hervorragend als Kleinkindernahrung oder ältere Menschen. 

Grundsätzlich kann Pastinake wie Möhre verwendet werden, sie schmeckt aber würziger und ist etwas mehliger. Außerdem sollte sie geschält werden.
Hier einige Anregungen:
• Probierenswert ist ein Pastinaken-Kartoffel- Stampf, in dem die Pastinake ihren Geschmack gut entfalten kann. Je nach Wunsch kann hierbei das Verhältnis Pastinake-Kartoffel 1/3 zu 2/3 sein oder auch halb halb.

• Pastinaken können ebenfalls roh geraspelt in einen Salat gegessen werden, z.B. kombiniert mit Möhren und Nüssen.

• Aus Pastinaken lassen sich schmackhafte Cremesuppen herstellen, pur oder z.B. in Kombination mit Möhren, Kartoffeln oder Lauch.

• Lecker sind auch Chips aus Pastinaken, dazu werden die Wurzeln in feine Scheiben geschnitten und im Ofen gebacken, bis sie knusprig sind. Nach Geschmack mit Salz und Kräutern würzen.