Bioland-Siegel – Für alle, die mehr von Bio erwarten.
Bioland hat deutlich strengere Bio-Richtlinien als gesetzlich vorgegeben.
Es gibt Siegel wie Sand am Meer. Auch im Bio-Umfeld wird man an allen Ecken und Enden mit Abkürzungen, Logos und Labels konfrontiert. Gar nicht so einfach, da den Überblick zu behalten. Deswegen stellen wir dir hier die wichtigsten vor, wie zum Beispiel das Bioland-Siegel.
Was steckt hinter dem Bioland-Siegel?
Bioland ist der größte Bio-Anbauverband Deutschlands. Dabei sind über 8.500 Betriebe aus Bio-Landwirtschaft, Bio-Imkerei und Bio-Weinanbau. Dazu kommen gut 350 Mitarbeitende im Verband, die sich um alle Belange der Mitglieder kümmern. Plus 1.300 Herstellerinnen und Hersteller, Gastronominnen und Gastronomen sowie Händlerinnen und Händler, die die Bio-Erzeugnisse weiterverarbeiten und vertreiben.
Für Bioland-Bäuerinnen und -Bauern steht ein möglichst artgerechtes Leben der Nutztiere mit an erster Stelle. Neben Schweinen, Rindern, Schafen und dem Federvieh sind das tatsächlich alle, die nützlich sind – darunter beispielsweise auch Regenwürmer, Bienen und Marienkäfer. Letztere profitieren vor allem vom Verzicht auf chemische Dünge- und Spritzmittel. Du zuhause kannst auch mitwirken und sich z.B. einen bienenfreundlichen Balkon einrichten.
Die Tiere haben deutlich mehr Platz als in konventioneller Haltung, Auslauf an der frischen Luft, Tageslicht im Stall und Bio-Futter aus der Region
Die Bioland-Richtlinien enthalten Vorgaben unter anderem zu ökologischem Anbau, Tierhaltung, Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität – und Bioland gibt es ausschließlich in Deutschland und Südtirol.
Das Bioland-Logo findest du auf hochwertigen, heimischen Bio-Erzeugnissen. Dahinter stehen über 10.000 Bioland-Mitglieder, die jeden Tag ihr Bestes für die Landwirtschaft der Zukunft geben und alle nach Bioland-Richtlinien anbauen und arbeiten. Diese Richtlinien sind – wie bei anderen Bio-Anbauverbänden wie Demeter und Naturland auch – deutlich strenger als die EG-Öko-Verordnung.
Seit 1971 agiert Bioland als Wertegemeinschaft für eine lebenswerte Zukunft – alles Tun wird immer im Hinblick auf Zukunftstauglichkeit (selbst)kritisch überprüft. Dabei setzt man auf sieben Prinzipien, die als Basis für die Landwirtschaft in Zukunft definiert wurden.
Die sieben Bioland-Prinzipien
Welche Bedeutung hat also das Bioland-Siegel? Als Fundament für die Landwirtschaft der Zukunft hat Bioland sieben Prinzipien verfasst, auf denen alles fußt. Als Antwort auf die Frage: „Wie kann man die Menschheit langfristig ernähren und dabei die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten?“ sind Maxime entstanden, die sowohl Basis für die Bioland-Richtlinien als auch Arbeitsgrundlage für alle Mitglieder sind. Hier im Einzelnen:
Hier geht’s rund! Die Tiere fressen, was Wiesen und Anbauflächen eines Hofs hergeben, und liefern im Austausch den natürlichen Dünger für die Felder. Also alles in Balance: Der Tierbesatz orientiert sich bei Bioland an der betriebseigenen Futtergrundlage und ist durch verbindliche Obergrenzen je Hektar begrenzt. Der Mist der Tiere düngt die eigenen Flächen – chemisch-synthetische Stickstoffdünger sind nicht zulässig
Boden der Tatsachen: Ziel der Bioland-Prinzipien ist, den nachfolgenden Generationen fruchtbaren Boden zu hinterlassen. Maßnahmen wie Zwischenfruchtanbau, Kompost und vielfältige Fruchtfolgen sollen den Humusgehalt erhöhen und die Bodenstruktur verbessern. Humusreiche Böden können Wasser besser speichern.
Haltungsnote: 1! Tiere so zu halten, wie es der jeweiligen Art entspricht, ist laut den Bioland-Richtlinien Gesetz. Die Tiere haben mehr Platz, mehr Bewegung, bekommen mehr Zeit, sich zu entwickeln – Jungtiere bleiben länger bei den Muttertieren. Gentechnisch veränderte Futtermittel und Wirkstoffe zur Leistungsförderung sind nach den Bioland-Richtlinien nicht zulässig. Tiere werden nur behandelt, wenn sie krank sind.
Purer Genuss: Für Bioland-Produkte gelten über die EU-Bio-Vorgaben hinausgehende Regeln für Anbau und Verarbeitung: unter anderem deutlich weniger zugelassene Zusatzstoffe sowie der Verzicht auf chemisch-synthetische Stickstoffdünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel im Anbau. Was das konkret bedeutet, steht in den Bioland-Richtlinien.
Artenreichtum: Der Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tierarten wird immer knapper. Bioland hat es sich zum Ziel gesetzt, hier gegenzusteuern, beispielsweise durch Blütenstreifen, Streuobstwiesen, Nisthilfen. Insgesamt setzen Bioland-Bäuerinnen und -Bauern eine ganze Bandbreite an Maßnahmen um, die dazu beitragen, unsere Artenvielfalt zu schützen, Biodiversität im Anbau zu fördern und die Ökosysteme zu stabilisieren.
Drei Dinge braucht der Mensch: Wasser, Boden, Luft! Alle Bio-Verbände haben sehr strikte Auflagen, um Luft, Wasser und Boden zu schützen. Verantwortungsvoll mit den natürlichen Ressourcen umzugehen ist erklärtes Ziel. Die Bioland-Richtlinien beschränken den Einsatz von Betriebsmitteln: Chemisch-synthetische Stickstoffdünger, chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Wachstumshormone sind nicht zulässig. Ziel ist unter anderem, Nährstoffeinträge ins Grundwasser so gering wie möglich zu halten. Angesagt ist dafür die Nutzung erneuerbarer Energien und das Pflanzen von Hecken, um Erosion zu verhindern und auch dadurch den Boden zu schützen.
Sichere Sache: Nichts weniger als die Zukunft der Landwirtschaft und damit die Versorgung der Gesellschaft steht hier im Fokus. Dazu ist neben dem bewussten und nachhaltigen Umgang mit der Natur und ihren Früchten auch die wirtschaftliche Sicherheit ein zentrales Element. Deswegen unterstützt Bioland seine Mitglieder in ihrer Unabhängigkeit, Entwicklung und Rentabilität. Daraus resultieren zum einen mehr Arbeitsplätze für die ländliche Region und zum anderen die Versorgung aller mit hochwertigen Lebensmitteln.
Bio-Siegel und Bio-Anbauverbände im Vergleich
Demeter, Bioland, Naturland und Bio-Produkten nach EU-Öko-Verordnung: Was sind die Unterschiede?
Wo tegut… Bio draufsteht, steckt Bioland, Demeter und Naturland drin
Im tegut… Sortiment findest du insgesamt gut 4.600 Bio-Lebensmittel, darunter auch eine große Auswahl hochwertiger Bioland-Erzeugnisse, die ausschließlich von zertifizierten Betrieben aus Deutschland und Südtirol stammen.
Mit unserer Eigenmarke tegut Bio… bieten wir dir ausschließlich Produkte, die nach den Richtlinien der führenden Bio-Verbände wie Bioland, Demeter, Naturland und Biokreis angebaut und erzeugt werden.
Häufige Fragen zum Thema Bioland-Siegel.
Das Bioland-Siegel tragen alle Mitglieder des Vereins, die sich als treibende Kraft für die Landwirtschaft der Zukunft sehen. Gut 10.000 Gleichgesinnte in Deutschland und Südtirol setzen sich innerhalb dieser Wertegemeinschaft konsequent dafür ein, wertvolle Bio-Erzeugnisse zu produzieren, zu verarbeiten und zu vertreiben. Mit dem Ziel: 100 % Bio für alle!
Der Verein selber. Betriebe, die sich als Bioland-Mitglied qualifizieren möchten und die entsprechende Kennzeichnung ihrer Produkte anstreben, durchlaufen eine Zertifizierung. Um erfolgreich zu sein, müssen sie alle Kriterien und Richtlinien erfüllen, die der Verein vorgibt. Eine unabhängige Kontrollstelle überprüft die Einhaltung regelmäßig.
Das Bioland-Zeichen kennzeichnet Bio-Produkte, die die Bioland-Richtlinien erfüllen. Diese enthalten über die EU-Bio-Vorgaben hinausgehende Anforderungen unter anderem an Landwirtschaft, Tierhaltung und Verarbeitung.